übrigen Territorien von Neuß und Anhalt bis Lippe retteten sichvomDezember 1806 bis April 1807 auf das Floß des Rheinbundes.Aus den Gebieten von Hessen-Kassel, Vraunschweig, dem alt-preußischen Besitze und Südhannover —ganz im Nohen den LandenHeinrichs des Löwen — bildete Napoleon für seinen jüngsten Bruderdas Königreich Westfalen, von der Lahn bis zur Elbe reichend, mitder Hauptstadt Kassel.
Napoleon stand auf der Höhe seiner tatsächlichen Macht, wenner auch die Grenzen seines Staates später noch weiter ausdehnte.Er ward zum Sklaven seines Eroberertums. Schon aus strategischenGründen. Sein militärischer Sinn riet ihm, seine unmittelbare Staats-gewalt durch Staaten seiner Verwandten und durch sonst unbedingtan ihn gefesselte zu decken. Mit anderen Worten: die Aufmarschbasenimmer weiter nach vorn zu verlegen. Nach Süden geschah dies durchdie Wegnahme Portugals, die Absetzung des spanischen Königs-hauses, an dessen Stelle er seinen Bruder Joseph setzte, den imKönigreiche Neapel sein Schwager Murat ablöste.
Am England zum Frieden zu treiben, hatte Napoleon die Kon-tinentalsperre begonnen. Sollte sie Erfolg haben, so mußten vor allemÖsterreich und Nußland sich ihr anschließen. An deren Westgrenzeist die militärische Front Napoleons vorverlegt. Mit Tanzig undseiner französischen Garnison und dem Herzogtum Warschau wardie untere Weichsel bereits überschritten, Preußen war noch besetzt.Die Kontinentalsperre, dieser erste Niesenwirtschaftskrieg, wurde vonNußland schon in Tilsit grundsätzlich angenommen. Da Englandnicht mit Napoleon Frieden schloß, trat der Zar in den Krieg gegendas Inselreich ein, der Bär gegen den Walfisch. Früher oder spätermußte dieser Wirtschaftskampf den Staaten, die vom Seehandelfast abgeschnitten waren, zu einer Überlast werden. Der große Er-oberer unterwand sich der auch für einen Meister der Diplomatienicht dauernd lösbaren Aufgabe, tatsächlicher Kaiser des Kontinenteszu werden und zu sein. Er unterlag trotz seiner genialen Verstandes-anlagen, trotz seiner Entschlußkraft doch den Täuschungen seiner über-reichen Phantasie. Er hatte mit der alten Noutine der Fürsten,ihrer Minister und ihrer Generale spielen können. Er unterschätztedie sittlichen Kräfte der Völker, ihre Treue zur Volksgemeinschaft
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