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keinen Frieden geschlossen hatte. Bindendes abgemacht. Napoleo-nische Übergriffe veranlaßten die erneute Mobilmachung derArmee, dann ein Ultimatum nach Paris, dem das Kriegsmanifestfolgte. Mit nur einigen Bundesgenossen (Kursachsen, Weimar,Vraunschweig) trat Preußen in den Krieg, die Hilfe der zarischenTruppen konnte erst später wirksam werden. Die Schlachten vonAuerstädt und Jena (14. Oktober 1806) warfen das preußische Heerin die ungünstigste Nichtung zurück, bald stand Napoleon hinter derWeichsel. So vollständig war Osterreich nie geschlagen worden. DerZusammenbruch Preußens zeigte aber auch Helden von unver-zagter Kraft, vorab Blücher und Gneisenau. Von den Bundes-genossen fand der Kurfürst von Sachsen sofort bei Napoleon Gnade,ja das stärkste Wohlwollen. Er trat dem Rheinbünde bei, undNapoleon ersah ihn zu seinem östlichen Vorposten, altfranzösischePolitik aufnehmend. Die polnischen Erwerbungen Preußens er-wiesen sich als sehr unzuverlässig. Napoleon hatte sie zur Erhebungaufgeboten, doch vertraute er ihnen nicht völlig. Er bildete einHerzogtum Warschau, das er dem zum Könige von Sachsen er-hobenen Wettiner gab. Der Kampf der Nüssen und Preußen spieltesich nun im Naume Ostpreußens ab. Es war das Verdienst Scharn-horsts, daß bei Preußisch-Eylau der Korse zum ersten Male nichteinen glatten Sieg davontrug. Die Niederlage bei Friedland(14. Juni 1807) verdroß den Zaren so, daß er trotz dem Vertragevon Vartenstein, der einen Sonderfrieden ausschloß, den Friedenerstrebte.
Der Friede von Tilsit (9. Juli) wurde zwischen dem französischenund russischen Kaiser abgeschlossen. Der König von Preußen mußtesich fügen. Es war dem Zaren gelungen, Preußen als Staat zu er-halten. Doch wie ward es verstümmelt! Es verlor im Osten fastrestlos die Erwerbungen der polnischen Teilungen und dazu allenBesitz auf dem linken Elbeufer, es war völlig auf Kolonialboden be-schränkt. Es war nicht entfernt mehr eine Großmacht und finanziellaufs schwerste belastet, soweit es damals denkbar war.
Vor Napoleon fand der Herzog von Sachsen-Weimar Gnade, nichtaber der Herzog von Vraunschweig. Auch Hessen-Kassel wurde besei-tigt, obwohl es sich nicht offen für Preußen ausgesprochen hatte. Die
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