tüchtiger Neichsvizekanzler, wie Friedrich Karl von Schönborn,hatte ein starkes Kausinteresse. Für die kleinen und alle geistlichenTerritorien war das Neich die Voraussetzung ihres Bestehen-bleibens. Auch für die größeren bot das Neichsrecht ein Arsenalzur Verteidigung ihrer Nechte und Privilegien, wie umgekehrt auchfür den Kaiser. Damit war der Wille, das Neich zu stärken, außer-ordentlich geschwächt. Das Neich hatte den mittelalterliche n Feud al-siaat nicht überwunden. Wenn dieser dem Kriegerstande und der hohenGeistlichkeit die wichtigsten politischen Funktionen übertragen hatte,so war das Wahlreich nicht imstande, diesen feudal-hierarchischenApparat zu verstaatlichen. Es ist früher darauf hingewiesen worden,daß Frankreich durch das staatliche Seimfallrecht den Einheitsstaat,damit dessen absolutistischen Charakter ermöglichte, das Kriegswe senund die Diplomatie zentralisierte. Der weltliche Machtstaat brachtedie Kirche in Abhängigkeit. Die Neste des Alten wurden durch eineinnere Nevolution hinweggeschwemmt. Frankreich hatte die Sou-veränität über souveräne Serren erreicht, im deutschen Neiche warendie Nechte der Antersouveräne noch immer im Wachsen. Die alteerste Aufgabe des römischen Kaisers und deutschen Königs, Wahrerdes Nechtes und des Friedens zu sein, und ebenso die königlicheGewalt des obersten Lehensherrn waren zusammengeschrumpft,fast blutlos geworden. Vom Kaisertum war der Dekor und dieNangsiellung an der Spitze der christlichen Fürsten Europas, vomdeutschen Königtums ein schwaches Vündel von Nechten undEinflüssen übriggeblieben. Das Neich war ein Nelikt einer großenZeit, deren Abendröte noch mit ihrem Glänze seine Bewohner insanfter Milde erfreute, beruhigte und über die einbrechende Nachttäuschte.
Es fehlte nicht an Menschen, die der Sturz von Kaiser undNeich, der ilntergang des ehrwürdigen Neiches mit seinen christ-lichen und europäischen Idealen und Aufgaben tief bewegte. Wenndas in der Öffentlichkeit wenig zum Ausdruck kam, so war das schondadurch gehemmt, daß die Nheinbundfürsten das zu verhindern einInteresse hatten. Der Nürnberger Buchhändler Palm wurde aufNapoleons Befehl einfach erschossen, weil er den Verfasser einersolchen Schrift zu nennen sich geweigert hatte.
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