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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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der Reichstag bleibt dauernd Gast im Negensburger Nathause,das Neichskammergericht erhält endlich 1782 ein eigenes Gebäude.Ein Staat ohne ein starkes, klar geordnetes System von Zentral»behörden. Ein Staat man lache nicht ohne die wichtigstenBeamten, ohne Steuereinnehmer, fast ohne ständige Einnahmen.Er besaß keine örtlichen Gerichte, keine eigenen Gefängnisse, keineGendarmen und keine Gerichtsvollzieher. Sein Staatsrecht behängenmit einer Anzahl ungelöster, zum Teil unlösbarer Rechtsfragen.Seine Heeresorganisation äußerst bunt und unvollkommen. Auchdie Anfänge einer Kriegsmarine fehlten. Ein Staat nichteinheit-lichen Glaubensbekenntnisses. Ein Staat, der kaum in die Pflegeder Kultur eingriff. Ein Staat, der kein einheitlicher Wirtschafts-körper war, der kein einheitliches Münz-, Maß- und Gewichtssystembesaß. Ein Staat, der von allen neu auftauchenden Aufgaben nureine und diese nur für die Kleinstaaterei aufgegriffen hatte: die Post.Alles andere Neue war den Territorien überlassen, denen auch sehrwesentliche Teile der einst kaiserlichen Hoheitsrechte zugefallen waren.Tort herrschte Anpassung an die Forderungen des Lebens, damitder Fortschritt. Noch schlimmer war die Machtverteilung; denn,zwei durch Außenbesitz verbreiterte Großstaaten waren die Haupt-kräfte, sie aber waren Rivaleu geworden und mußten es werden.Preußen erschien den Österreichern als Störenfried, umgekehrt dasKaiserhaus als Herd der Mißgunst. Die übrigen fürchteten beiderwahre oder angebliche Begehrlichkeit.

ilnser Vaterland hatte einen Staat nach dem Gefallen scheel-süchtiger Nachbarn. Er war ein Staat, der längst keine Zukunftmehr in sich barg und den keine starke Hoffnung mehr beseelte.

In der Politik der Neichsstände überwog seit dem WestfälischenFrieden der Machtgeda nke nicht nur bei den sich zentralisierenden undzu Großmächten heranwachsenden Österreich und Preußen, sondernauch bei den mittleren und kleinen Landesherren, wenn er bei diesenauch auf den Selbsterhaltungstrieb zusammenschrumpfte. Der Ge-danke des Reiches entwickelte sich nicht zu einer festen Staatsraison.Wie die Kaiser nicht selten das Wohl ihres Landes voranstellten,so taten das gelegentlich auch die eigentlichen Vertreter des Reiches,der Kurfürst von Mainz und der einzige Neichsminister. Selbst ein

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