Verwaltung und Kultur geben können; das Neich war räumlichgeschlossen. Eine gleiche Nivellierung war den Habsburgern unmög-lich, sie versuchten es nur in immerhin bescheidenem Maße. Dasdeutsche Element war dazu zu schwach, auch die Dynastie nicht deutschgenug. Auf einem kulturellen Gebiete haben sie die Gleichheit erstrebt,ohne sie völlig erreichen zu können, auf dem religiösen. Doch mit derAufklärung zieht die Duldung anderer Bekenntnisse ein. Es ist einNuhm Österreichs, aus den nichtdeutschen Kulturen fruchtbareElemente an die Donau gezogen zu haben; ein größerer, die eigenezu den kulturtieferen Völkern des Gesamtstaates und über dessenGrenzen hinaus getragen zu haben.
Das Ergebnis der Türkenkriege sei kurz geschildert. Die Ungarnhaben keineswegs die Türken besiegt, den Krieg gar durch Aufständeerschwert. Das absolutistische Kaiserhaus wollte Einfluß auf dieTürkengrenze behaupten. Es entstand um so mehr ein Wirrwarr,als das an Ungarn angegliederte Königreich Talmatien, Slawonienund Kroatien eine gewisse Sonderstellung behauptete. Von Wienaus wurden weniger Ungarn als Deutsche, Serben und Slowakenin den Grenzgebieten angesiedelt. Das Großfürstentum Sieben-bürgen hatte sich als Ostbastion bewährt. Es wurde in Wien einebesondere siebenbürgische Hofkanzlei eingerichtet. Die 1775 ange-fallene Bukowina, ein nach Osten vorgelagertes Glacis, wurde über-haupt nicht mit der Krone Ungarn verbunden. Die lange Militär-grenze wurde vom Hofkriegsrate in Wien rein militärisch eingerichtetund verwaltet. Das etwas einwärts liegende Vanat von Temesvarwurde allerdings 1779 mit dem Kerne von Ungarn vereinigt.
Den Habsburger« unterstand, allerdings auf Österreich und Un°gärn verteilt, die Wesibastion der Türkenfront, die zugleich sich auchgegen die Adria und Italien wendete. Zum Neiche gehörten dieKronländer Kram, Görz und Gradiska mit dem Hafen von Trieft,zu Ungarn Kroatien und die kroatische Militärgrenze. Der Bedeu-tung dieser Zone um den Karst entsprechend, wurde 1578 ein „immer»währendes Generalat der windischen und kroatischen Mark" gebildet.Es entstand in Graz ein zweiter, vom Wiener unabhängiger Hof-kriegsrat. 1709 wurde er beseitigt. Napoleon, der militärischen Be-deutung dieser Gebiete bewußt, schloß die „illyrischen Provinzen"
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