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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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einschließlich Kärnten an Frankreich selbst an. Aus dem Weltkriegekennen wir den hohen Wert der Stellung auf dem unwirtlichenKarst.

An die Wiener Negierung gelangte eine Vielgestaltigkeit vonSorgen: aus dem Kerne des Kausgutes, aus den räumlich abge-trennten Gebieten und aus dem deutschen Neiche.

Der zweite deutsche Großstaat Preußen kannte viele der Schwächendes Habsburgischen Staates nicht. Er hatte zwar mit Westpreußenund Schlesien viele polnische Untertanen gewonnen, doch keine Aber-last. Tiefe Gebiete wirtschaftlich zu heben, gelang trotz hoher Kostender preußischen Negierung. Mit diesen Erwerbungen war auch dieZahl der Katholiken erheblich gestiegen, sie wurden streng gehalten,aber nicht geradezu verfolgt. Der Staat trug einen protestantischenCharakter, wie Österreich einen katholischen.

Der Staat hatte das Glück, drei tätige, energische, ja rücksichtsloseFürsten zu haben, die sich zu Sachkennern mindestens eines großenTeiles der Aufgaben ihres Staates entwickelten. Man hat es längstaufgegeben, die preußische Politik als auf die Bildung eines neuenNeiches unter preußischer Führung gerichtet darzustellen. SelbstFriedrich der Große glaubte an den Fortbestand des Neiches. DiePolitik war nicht antireichisch, auch nicht ausgesprochen reichisch,selbst die Perioden der Gegnerschaft gegen Österreich wechseln mitsolchen des Anschlusses an das Kaiserhaus.

Preußen wurde ein ausgesprochener Militärstaat mit einer sehrstarken Armee, die die beste ihrer Zeit war, was die kaiserliche nichtherabsetzen soll. Es schuf sich ein ausgezeichnetes Finanzwesen. Inseinem Etat tritt der Ertrag der Domänen weit, weit stärker hervorals in dem Österreichs. 1740 trugen sie zu den 7 Millionen TalernGesamteinnahmen 3,3 Millionen Taler bei. Der Dualismus imFinanzwesen ward beseitigt, das Ständische durch das Staatlicheaufgesogen. In den Ausgaben herrschte der Wille zum Sparen, aucham Hofhalte, wozu man sich in Wien erst unter Josef II. entschloß.Die Kriegskosten waren für Österreich mit seinen exponierten Grenzenviel höher als für Preußen. Die Steuerverwaltung war hier einfacherund besser. Während Preußen zeitweise sogar über einen Kriegsschatzverfügte, stiegen die Schulden in Österreich von (1714) 54 Millionen

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