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Kurbayern alles, was je unter Kurpfalz gestanden hatte, behalten.Ober- und Niederbayern aber gegen den größeren Teil der Nieder-lande mit dem Königstitel eintauschen. Der „Teutsche Fürstenbund"(1785) bereitete auch diesem Projekte ein volles Ende.
Der alte König Friedrich war in seiner Neichspolitik von konser-vativer Gesinnung. Der Fürstenbund war als Abwehr gegen dieunruhige Politik Josefs II. gedacht, er umfaßte auch katholischeFürsten, hatte mit Kurmainz im Kurfürstenkollegium die Mehrheitund erhöhte das moralische Ansehen Preußens.
Der Fürstenbund war nicht etwa ein Vorläufer der preußischenFührung in einem Kleindeutschland. Er war, wie alle die hier nichtbesprochenen Fürstenbündnisse seit 1648, aus der Besorgnis einergrößeren Kraftverschiebung innerhalb des Reiches hervorgegangen,auch, wie die meisten von ihnen, aus der Furcht vor Mehrung derkaiserlichen Macht, vor allem aber sollte er dem isolierten Preußenzur Stütze dienen.
Das politisch gerichtete Nationalbewußtsein der Teutschen trittwiederholt nach 1648 zu Tage. Sie sahen dauernd in den Türkenkriegeneine christliche und gemeindeutsche Aufgabe. Von Zeit zu Zeit zucktedas deutsche Volk gegen die französischen Übergriffe, so 1673, so beider Wegnahme Straßburgs und bei der Pfalzverwüstung auf.Edle Gemütsbewegungen, doch zu kraftlos, um Erfolge zu haben.Nach dem Siebenjährigen Kriege hatte Deutschland wieder einenHelden, mochte man ihn lieben oder hassen. In jenen Tagen schriebder Sohn des Reichsjuristen Johann Jakob Moser, Friedrich Karlvon Moser, die Schrift: Von dem deutschen Nationalgeiste. Erwollte ihn wecken.
Der Verlust Schlesiens hatte Osterreich die Flankendeckung Böh-mens und ein Sprungbrett nach dem Norden hin entzogen. Böhmenward zu einer Bastion. Preußen hatte mit Schlesien als ersterdeutscher Staat den ganzen Lauf eines schiffbaren Stromes, derOder, erworben. Seine polnische Grenze war erheblich verlängertworden, und gegen das nach Westen vorspringende Großpolen eineFlankenstellung gewonnen.
Die zweite Änderung des politischen Raumes war das VorrückenNußlands nach dem Westen. Seit Peter dem Großen erst entnahm
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