lichen Autorität und Macht die Waage halten. Vielleicht würde,wenn einmal die Pfalz mit Bayern vereinigt sei, dieser Kurfürstdem Hause Österreich diese Würde streitig machen können. In einerZeit der Kabinettspolitik, des Mangels an Vertragstreue, wirdman es dem Könige nicht verdenken können, daß er seines StaatesKraft zu stärken bemüht war.
In den verschlungenen politischen Läufen ist Friedrich der Großeauch mit Vorschlägen für das Reichsheerwesen hervorgetreten. Dasist der Kern: Nach dem Vorbilde des Markgrafen von Vaden Ver-bindung namentlich norddeutscher Truppen, er selbst wollte einimmerwährender Generalleutnant der Neichstruppen werden. Eindamals unrealisierbarer Vorschlag war auch der Plan, KaiserKarl VII. für seine österreichischen Erbansprüche durch fünf süd-deutsche Bistümer und drei Reichsstädte zu entschädigen. Der Ge-danke der Säkularisation sollte eher verwirklicht werden, als dasKeermeistertum Preußens.
Es lag unzweifelhaft im österreichischen Interesse, wenn es seineBesitzungen in das Reich hinein vorschieben konnte. Schon imösterreichischen Erbfolgekriege hatte Maria Theresia daran gedacht,im Raume Bayerns Ersatz für Schlesien zu suchen, ihr SohnJosef II. erneuerte den Versuch. Zweimal rettete Friedrich derGroße die bayrische Herrschaft im alten Raume. Kaum hatte derletzte Wittelsbacher der Münchener Linie die Augen geschlossen, alsJosef bei dem eingeschüchterten Erben, dem Kurfürsten KarlTheodor von der Pfalz, einen Vertrag erreichte, der an Öster-reich beträchtliche Teile Kurbayerns abtrat. Karl Theodor, derkeinen legitimen Erben hatte, hing mit ganzer Seele an seinemMannheim, das in der Kultur damals seinen Höhepunkt erreichte.Sein Nacherbe Herzog Karl August von Zweibrücken folgte hin-gegen der Aufforderung des Preußenkönigs und legte gegen die er-folgte Abmachung Protest ein. Der nun zwischen Österreich undPreußen geführte Bayrische Erbfolgekrieg wurde, ehe es zu einermilitärischen Entscheidung kam, durch die drohende Intervention derZarin Katharina II. beendet. Österreich erhielt im Frieden vonTeschen 1779 nur das Innviertel. Kaiser Josef blieb bei seinen Ab-sichten und gewann Karl Theodor zu einem Tausche, er sollte von
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