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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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wärtigen Politik zur Großmacht heran, Friedrich hinterließ sie alssolche.

Seine Gegnerin hatte die schwere Aufgabe, einen alten, an Räu-men und an Völkern bunten Tynastiestaat gegen Feinde zu ver-teidigen, die bis auf den Preußenkönig ihre Stellung wechselten.Sie traf die Pflicht, den Vorsprung, den Preußen in der Staats-organisation erreicht hatte, einzuholen, und mußte doch dabei diein ihren Ländern und ihren Vollem ruhenden Überlieferungenschonen, mußte dem alten Prinzipe, die Kronländer auseinander-zuhalten und doch die Vande der Einigung zu stärken, folgen,um nicht Widerstände hervorzurufen, wie es ihr Sohn KaiserJosef II. durch seine oft unbesonnenen Reformen tat.

Vei dem Entschlüsse des Preußenkönigs, Schlesien der Habs-burgerin wegzunehmen, wirkten weniger die vorgebrachten Erb-ansprüche auf Schlesien mit, als der Wille, die tatsächlich vomkaiserlichen Hofe seinem Vater gegenüber erfolgte Zurücksetzungseiner berechtigten Ansprüche und Wünsche auf die voraussichtlicheErbfolge in Zülich zu rächen, ein. Während der 1740 eingetretenenKrisis der österreichischen Erbfolge wollte der Ehrgeizige nicht stillesitzen. Als Schlesien preußisch geworden war, wußte der großeKönig, daß Österreich diese Provinz nicht vergessen werde. In dempolitischen Testamente von 1752 zieht er den Vergleich zwischenSchlesien und Lothringen. Am Schlesiens willen muß sich Preußenan Frankreich lehnen, dieses um Lothringens willen an Preußen.Vom Standpunkte des deutschen Volkes und einer idealisierendenAuffassung des alten Reiches kann man die Politik des Königsbedauern, verurteilen, sie war aber die Folge der deutschen Ver-fassungsentwicklung, des Gegensatzes von Kaiser und Neich, derTatsache, daß Österreich öfters mehr eine Sauspolitik getriebenhatte als eine deutsche. Der König traute dem Reiche keine Zu-kunft und keine Lebenskraft mehr zu. Aber er sah auch kein bal-diges Ende „des überlebten und bizarren Reiches" voraus. DieEifersüchteleien der Neichsstände und der benachbarten Mächte wür-den seine Verfassung aufrecht erhalten. Die Zahl der Neichsständewürde sich vermindern, die Macht der Kaiser abnehmen und dieKurfürsten könnten, wenn sie sich auf Frankreich stützten, der taiser-

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