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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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weil sie fürchteten, sonst würde Frankreich auch auf dem rechtenNheinufer noch mehr österreichisches Hausgut verlangen, wo manschon Vreisach hatte preisgeben müssen. Aus dem Begriffe der Land-grasschaft Anterelsaß, die territorial längst untergegangen war, folg-ten Verluste für Neichsstände; aus dem der Neichslandvogtei, wodie Bestimmungen innere Widersprüche enthielten, entsprang dasAufsichtsrecht über die zehn elsässischen Reichsstädte. Während derVerhandlungen faßten die französischen Vertreter den Sinn derParagraphen noch eng auf althabsburgische Nechte beschränkt auf,aber in Paris saßen Kronjuristen und Staatsmänner, die befähigtund bald gewillt waren, aus den Artikeln das Möglichste, ja ganzUnmögliches herauszupressen. Auch die Bistümer Metz, Toul undVerdun, widerrechtlich genommen, wurden jetzt förmlich abgetreten.

Die französische Politik durfte mit dem Erfolge zufrieden sein.Sie hatte den Wall habsburgischer Macht im Zentrum durchbrochen.

Da der Herzog von Lothringen nicht in den Frieden einbezogenwar, stand zunächst auch sein Land unter französischer Gewalt. Sowar die spanische Franche Comts fast zu einer Insel zwischen derEidgenossenschaft, savoyischen Landen und Frankreich geworden. MitVreisach und dem speyrischen Philippsburg, wo Frankreich dasVesatzungsrecht gewonnen hatte, waren zwei der wichtigsten Nhein-Übergänge in französische Gewalt gekommen. Wenn in Frankreichvorher die Theorie genährt worden war, der Nhein sei Galliens, dasgleich Frankreich gesetzt wurde, natürliche Grenze, so wurde dieseTheorie bei dem ersten Male, da französische Macht ein Stück Nhein-ufer gewann, sofort beiseite gestellt.

Damit war die militärische Lage des Reiches wesentlich ver-schlechtert. Die Eidgenossenschaft, die im Friedensschlüsse auch förm-lich aus dem Neichsgebiete ausgeschieden war, bildete die südlicheAnlehnung der Nheinftont. Den deutschen linken Flügel, den süd-lichen Schwarzwald, deckten die vier kleinen Habsburgischen „Wald-städte" (Nheinfelden, Säckingen, Laufenburg und Waldshut) undFreiburg. Vor den mittleren Schwarzwaldpässen ragte noch wie eineZunge der Neichsboden mit der natürlichen Hauptstadt der ober-rheinischen Tiefebene, mit Straßburg, auf das linke Nheinufer hin-über. Der nächste durch eine deutsche Festung gedeckte Nheinübergang

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