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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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wurden. Daher begleiteten einige Neichshofräte den Kaiser aufseinen Neisen.

Die Organe der Neichsverwaltung in Wien, die stark unter mainzi-schem Einfluß stehende Reichskanzlei und der Neichshofrat, hattendadurch eine persönliche Verbindung, daß der Neichsvizekanzler auchstets dem Neichshofräte angehörte. Das alles war keine ideale Lösung.Auch andere österreichische Behörden, wie der Hofkriegsrat, mußtenfür das Neichswesen herangezogen werden.

Die Tätigkeit des Kaisers hatte einen Zusammenhang zu erstrebenzwischen dem Neiche, dem althabsburgischen Hausbesitze, der zudemaus der Zeit, da mehrere Linien nebeneinander standen, die damaligenOrganisationen konservierte, den Anschlüssen: der Wenzelskrone, demaußerhalb des Reiches stehenden Königreiche Ungarn und den späterdurch den spanischen Erbfolgekrieg gewonnenen italienischen und nie-derländischen Besitzungen.

Alle diese Glieder hatten ihre gesonderten Vehördensysteme, dieviel zu starke Wurzeln hatten, um völlig beseitigt werden zu können.Den Habsburger« blieb bis zu ihrem Sturze 1918 die Aufgabe un-gelöst erhalten, einen Staatsaufbau zu schaffender, Einheit und Viel-heit versöhnend, alle Teile befriedigt hätte. Es wäre ein wahresGenie nötig gewesen, um im 17. oder 18. Jahrhundert für die kaiser-lichen Lande und zugleich für des Kaisers Anteil an der Neichsver-waltung ein System zu erfinden, das eine klare, unbestrittene Lösungermöglicht hätte. Aus der Vielheit der Behörden ergaben sich eineFülle von Neibungen, eine Fülle von Veratungen zwischen denChefs der Behörden und ein häufiger Kampf unter ihnen. Zu schnel-lem Handeln war das Wiener System nicht fähig. Das wurde ge-steigert durch die Entschlußlosigkeit einzelner Kaiser, die am stärkstenbei dem äußerst gewissenhaften Leopold I. hervortritt. Ihm eigneteaber auch im höchsten Maße das von Geschlecht zu Geschlecht vererbteVertrauen, daß Gott die Geschicke zum Besten des Hauses Habs-burg lenken werde: ^iistriH srit in ords nltimg, (^,.N.I.0.H.).So blieb die Verwaltung in Wien eine äußerst komplizierte Maschi-nerie, die schneller Entschlüsse und ihrer raschen Durchführung un-fähig, unendlich oft den richtigen Augenblick versäumte.

Es ist begreiflich, daß der kaiserliche Einfluß in den katholischen

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