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Landschaften immer der größte war. Aus ihnen traten weit mehrSöhne in kaiserliche Militärdienste als aus evangelischen, obwohlauch diese nicht ganz fehlten. Einen genauen Einblick zu gewinnen, istbisher nicht versucht worden.
* 44. Der Reichstag
Zusammensetzung und Geschäftsgang
Der Reichstag war die Vertretung der Gesamtheit der Reichs-stände gegenüber dem Kaiser, jedoch unter dessen Leitung. Dieserhatte nicht mehr das Recht, nach seinem Belieben Personen zumReichstage zu laden. Der Versuch Ferdinands III., durch Erhebungvon österreichischen Adligen in den Neichsfiirstenstand sie in denReichstag zu bringen, einen „Pairschub" vorzunehmen, wurde ab-geschlagen (oben S. 168f.). Der Reichstag war eine geschlosseneKörperschaft.
Es gab drei Veratungs- und Veschlußkorvorationen, „Vänke",und daneben Plenarsitzungen. Die erste Bank wurde durch die Kur-fürsten gebildet. Am machtlosesten war das dritte Kollegium. Es um-faßte alle Reichsstädte, und nur diese, es vertrat somit das Neichsgut.Auf der rheinischen, tatsächlich norddeutschen, Städtebank saßenVertreter von 14 Städten, auf der schwäbischen (süddeutschen) 37.Das zweite Kollegium, der Fürstenrat, war am buntesten zusammen-gesetzt. Die alte Einteilung in geistliche und weltliche Stände erlittdurch Reformation und Säkularisation von geistlichen Ständeneinige Änderungen. Auch waren so viele kleine und kleinste Ständevorhanden, daß es unmöglich erschien, jedem eine Virilstimme zugeben. Es wurden mehrere zu einer Kurie zusammengefaßt, die überdiese Kuriatstimme durch Mehrheit zu verfügen hatten. Es gab beiBeginn der Französischen Revolution 100 Stimmen: 37 geistliche,63 weltliche. Von den 100 waren 6 Kuriatstimmen, an denen40 geistliche und 106 weltliche Neichsstände beteiligt waren. Dasergibt zusammen 299 reichsunmittelbare Träger von Virilstimmenund Kuriatstimmen. Davon ruhten jedoch manchmal mehrere in derHand einer einzigen Fürstlichkeit. Dadurch vermindert sich die Zahlder „regierenden" Personen. Die zahlreichen Neichsritter, die zwar
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