dischen Krieges selbst an der Elbe. Auf dem Augsburger Reichstagewurde aber der Plan eines fünfjährigen Bundes von König Ferdi-nand lau unterstützt, von Bayern eher bekämpft, an den Fürstenratverwiesen, d. h. durch Verschleppung getötet.
Die Wahlkapitulation wurde zu einer ständigen Einrichtung, wiesie das bei Vischofswahlen und in geringerem Umfange auch beiPapstwahlen längst war. Sie war ein Vertrag zwischen dem Kaiser-kandidaten und den Kurfürsten, vor der Wahl abgeschlossen und nach-her vom Kaiser beeidigt und beurkundet. Der Westfälische Friedebestimmte, daß die Wahlkapitulation vom ganzen Neichstage be-schlösse!: werde. Zwar kam es 1711 zur Einigung zwischen Kurfürstenund Fürsten, zu einem Entwürfe einer beständigen Wahlkapitulation,nicht zu einem Neichstagsbeschlusse. Gleichwohl galt er als Neichs-gesetz. Indem die Kurfürsten diesen Entwurf zugrunde legten, ver-mieden sie ein Andrängen des Kandidaten auf Änderung. Ihre Nich-tung ging auf eine Sicherung gegen kaiserliche Gewalt, mitunter aufderen Schwächung. Der Schutz erstreckt sich auf Neichstage, auf dieKurfürsten, auf die übrigen Stände bis auf die Neichsritterschaftherab, nicht auf deren Untertanen. Alles Wichtige wurde an dieZustimmung der Kurfürsten oder des Reichstages gebunden, es bliebdem Kaiser ein bestimmter Umkreis von Nechten. Es seien weitererwähnt die Pflicht des Kaisers zur Nesidenz im Neiche, des Ge-brauches des Deutschen oder Lateinischen als Kossprache. DasWesentlichste aber war, daß zwischen dem Kaiser als Landesherrnund als Oberhaupt des Neiches unterschieden wurde. Für die Haus-macht des Kaisers hatte das Neich nicht einzutreten, auch sollten diereichsfremden Truppen des Kaisers nicht ins Neich gezogen werden.Besonders scharf war der Assistenzartikel bei der Wahl Leopolds I.1658. Der Kaiser ward gehalten, sich jeder Beteiligung an demSpanisch-Französischen Kriege zu enthalten. Das war ein gewaltigerVorteil für Frankreich, trennte die österreichische Politik von derspanischen, entquoll dem Bedürfnisse der Kurfürsten nach Frieden.Das Interesse des Kausgutes mußte dem der Neichsfürsten weichen.Die Wahlkapitulationen spiegeln auch deutlich die Erfahrungen derjeweiligen letzten Negierung und die Neaktion gegen Bestrebungenauf Ausdehnung der kaiserlichen Nechte wider.
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