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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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kleineren Territorien. Die Gewinste der Katholiken waren nicht un-erheblich.

Es gab ein großes Fürstentum, in dem sich die religiöse Mischungallerdings in ungleichmäßiger Verteilung erhalten hatte, obwohldas Fürstenhaus katholisch geblieben war. Es waren die Lande Iülich,Kleve, Verg, Mark, Navensberg. Während des 1609 einsetzendenErbschaftsstreites wechselten die miteinander ringenden Häuser denGlauben: Pfalz-Neuburg wurde katholisch, das Haus Kurbranden.-bürg kalvinisch, wobei auch politische Beweggründe eingewirkt habenmögen. Die beiden Teilhaber der Erbschaft stützten fortan je imGebiete des anderen ihre Konfessionsverwandten.

Wenn der Neligionsfriede auch die schon damals vorhandenenKalvinisten ausgeschlossen hatte, so dehnte sich ihre Lehre doch weit-hin aus und sehr mächtige Fürsien, deren Politik später zu behandelnist, schlössen sich ihr an. Der Westfälische Friede erkannte das Pari-tätsprinzip erneut an, jedoch wurden nunmehr die Reformierten inauthentischer Interpretation" des Augsburger Neligionsfriedensmit rückwirkender Kraft dem Augsburger Bekenntnisse zugerechnet.Seitdem gab es auch reichsrechtlich drei Zwangskirchen.

Wer die Konfefsionskarte von Deutschland um 1700, die auchfür die heutige Grundbevölkerung noch gilt, betrachtet, erkennt dieBedeutung, die das Neichskirchengut für den Bestand des katho-lischen Glaubens gehabt hat. 3m Norden bilden Krummstablandesüdlich der osifriesischen Grenze bis nach Erfurt einen nach Osten hinlocker werdenden nördlichen Grenzbezirk gegenüber dem protestan-tischen Norden. In ihm steckt nur eine kleine Grafschaft. Etwasgrößer ist die Zahl weltlicher Trabanten in dem den Main bis nachBöhmen begleitenden katholischen Walle. Krummstabslande findensich längs des Nheines, dazwischen auch nicht ein einziges Groß-gebiet, im Elsaß und Vreisgau allerdings Habsburgische Lande,die einschließlich des Herzogtums Lothringen im Westen südlich derGeneralstaaten einen an Frankreich angelehnten katholischen Blockbilden. Auch im Osten haben die Habsburger, wenn auch mit er-heblichen Lücken, den katholischen Glauben aufrecht erhalten. Imzersplitterten Schwaben ist der katholische weltliche Besitz größerals der geistliche. Aber fast gleich groß ist das lutherische Württem-