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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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Glaubensboten Bischof Albert von Niga, der sich die Waffen desSchwertbrüderordens gesellt hatte, mit Livland belehnt. Für Nigawie das Vistum Dorpat wurden 1225 ausdrücklich NeichsfÜrsien-tümer geschaffen. Später erschienen auch die Bischöfe von Neval,ösel und Kurland auf deutschen Reichstagen und wurden alsNeichsfiirsten behandelt. Die Missionsbischöfe des nördlichen Gebie-tes, die mit denen von Preußen zusammen die Kirchenprovinz Nigabildeten, hatten eine höhere politische Bedeutung dem Keermeistergegenüber, als ihre Amtsgenossen Preußens dem Kochmeister gegen-über. Dabei waren sie alle deutschen Blutes. Soweit die später auchLitauen umfassende polnische Kirchenprovinz Gnesen reichte, wurdedas Deutschtum nicht gefördert. Wohl sonderte Vreslau sich langsamvom Einflüsse Gnesens ab. Das Vistum Pommerns, Kammin, wardem Papste unmittelbar unterstellt.

Seit der Säkularisation war der livländische Keermeister vomKochmeister unabhängig. Als dann die Neformation auch dortdurchdrang, die inneren Wirren noch gesteigert wurden, die altenbei der Rivalität der Kronen Dänemark, Schweden und Polenverständlichen äußeren Gefahren durch das Vordringen russischerMacht äußerst bedrohlich wurden, beschickten Keermeister, der 1530vom Kaiser belehnt wurde, und Vischöfe von 1529 bis 1557 dieReichstage. Doch das Neich, selbst in Not, vermochte nicht Hilfezu bringen. So wurden die Lande zwischen Dänemark, Schweden,Nußland, Litauen und Polen geteilt. Nur Kurland und Semgallenwurden 1562 ein weltliches von Polen abhängiges Lehensherzogtum.Die herzogliche, aus Westfalen stammende Familie von Kettelerstarb 1737 aus. 1795 wurde das ganze Gebiet des Keermeisters mitNußland unter Vorbehalt erheblicher Nechte der Stände vereint.

Die Neichsgrenze blieb in der Zeit ihrer größten Ausdehnung hinterdem Amfange der Kolonisation zurück. Die Luxemburger und Habs-burger waren an dem Geschicke der Koloniallande zwar interessiert,aber ihr Kausinteresse zielte auf Eheverbindung mit den polnischenund ungarischen Königshäusern. Den Balten hätte nur ein in Nord-deutschland wurzelndes, über den Seeweg verfügendes deutschesKönigtum helfen können. Kolonisation des Volkes und das dauerndeInteresse des Königtumes gingen von vornherein weit auseinander.

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