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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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5 2. Grenzen des Reiches. Im Osten II.

Staatliche Auswirkungen der Kolonisation. Unterschiede.Anschluß von Fürsten ans Reich. Schlesien. Teutsche Serr-schaftsgründungen in Preußen und den baltischen Provinzen

Wenn wir die Kolonisation in ihren staatlichen Auswirkungen be-trachten, so ist zunächst zu betonen, daß wir sie in keiner Weise mitden infolge der Entdeckungsfahrten entstehenden Kolonien europä-ischer Handelsgesellschaften und Kronen vergleichen können. Es sindkeiner eine Handelskolonien, keine Plantagenkolonien, also auch nichtObjekte der Ausbeutung durch in der Ferne wohnende Grundbesitzerund Kaufleute. Auch viele von diesen siedelten sich an. Man wirdverschiedene Bildungen unterscheiden muffen. Die Verdeutschungist am stärksten, wo alle Stände an der Einwanderung beteiligtwaren. Politisch war sie auch fruchtbar, wenn wenigstens allegehobenen Stände, Adel, Klerus, Kaufleute und Handwerkerdeutscher Abstammung waren. Die Städte erscheinen als ein ver-pflanztes Stück des Mutterlandes. Im Deutschordenslande undden baltischen Provinzen sehen wir diesen Typus. Da bilden sichStaaten, die in kirchlichen Organen gipfeln. Die Landeshoheit unter-steht Nitterorden oder Bischöfen deutschen Blutes. Die sich auchin diesen Territorien bildenden Landstände zählen nur Deutsche zuMitgliedern. Es wird hier sich die Frage erheben, ob diese staat-lichen Bildungen dem deutschen Reiche angehören und das bleibenoder nicht.

Diese Gebilde sind durch das Schwert und die Predigt derChristenheit entstanden. Es ist eine deutsche Tat im Sinne desAbendlandes. Die unterworfenen Völker wurden vor halbasiatischerSklaverei gerettet und behaupteten unter der deutschen Oberschichtihre Sprache.

Wenn in Gebieten nichtdeutscher christlicher Fürsten unter ihremSchutze Städte entstanden, Vauernsiedlungen von Kirchen und Klösterin dichter Lage zwischen slawischen Orten angelegt wurden und dasLand so einen wesentlich deutschen Charakter gewann, obschon auchein Teil des nichtdeutschen Adels sich behauptete, dann erfolgte untergünstigen umständen' und auf Umwegen der Anschluß ans Neich.Unmittelbar geschah es bei den Fürstenhäusern von Mecklenburg,

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