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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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Pommern und Rügen. Mittelbar durch die Ausdehnung der Groß-territorien von Brandenburg und Böhmen. Der Amweg ist fürSchlesien charakteristisch. Auch dieses Land gewann ein wesentlichdeutsches Aussehen. Die Landesherren wurden zu deutschen Fürsten.Sie schieben mit ihren Territorialgrenzen die des Reiches vor. Siehaben für den Westen optiert, kulturell und politisch. Damit wurdedas alte polnische Reich zerteilt. Am Schlesien verkleinert, streifte esdie alte Lehensabhängigkeit völlig ab, wie es vorher Ungarn getanhatte.

Auf dem Kolonialboden handelte es sich zu allermeist um weiteund doch übersichtliche Territorien. Es gab nicht die Buntheit alterRechte, die sich einer straffen Vehördenorganisation in die Wegestellten. Das gilt auch von den Landen zwischen Elbe und Weichsel,während in Österreich die Zahl solcher widerstandsfähiger Rechts-träger etwas größer war. So erklärte es sich, daß Großterritorienentstanden, die modernere Organisationen, neue Aufgaben des Staateszuließen. Sie wurden endlich reif, nach Osten auszugreifen, ohne sichdamit den Neichsinteressen zu entziehen.

Es bleiben die Landschaften übrig, die dauernd unter fremderFürstengewalt blieben. In ihnen, also dem Hauptteile Polens,verteidigten der polnische Klerus, vor allem aber der Primas, derErzbischof von Gnesen, und die Synoden die polnische Eigenart undtrugen den nationalen Gedanken, der hier ja auch in der Formkirchlicher Gebräuche sich äußerte. Dazu standen sich das Recht derPolen und das deutsche der Kolonisten gegenüber.

Schlesien wurde in mehreren Akten vom Königreiche Polen zumReiche überführt, und das war möglich, weil damals in Polen dasHaus der Piasten das Reich in Herzogtümer aufgeteilt hatte, diesich vererbten. Es liegt eine Analogie zum sich auflösenden Karo-lingerreich vor, mit dem Unterschiede, daß in Polen die Oberhoheitdes Königs zunächst nicht bestritten war. Kaiser Friedrich I. griff1163 in Erbstreitigkeiten ein und sicherte den Söhnen eines der Erbendie drei Teile Schlesiens (Nieder-, Mittel- und Oberschlesien), diedann noch weiter geteilt wurden. Die meisten der schlesischen Herzögewaren ausgesprochene Freunde der deutschen Kultur, hatten oftdeutsche Frauen, zogen viele deutsche Kolonisten heran, einer zählt

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