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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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nahmen erstrebte. Das alte System wurde auf dem Lande mit einemneuen Vodenrechte durchsetzt, und in den Marktorten trat an dieStelle der fürstlichen Vurgverwaltung eine Art bürgerlicher Selbst.-Verwaltung. Das durchzuführen, waren die Fürsten nur mit Hilfeftemder, an höhere Selbständigkeit gewöhnter Kräfte imstande.

Es gab in der Kolonisation erhebliche Unterschiede.

Im Südosten, in den Alpen und deren Vorgelände wurde diebayrisch-österreichische Kolonisation im Kern durch geistliche undweltliche Großgrundbesitzer wie durch die Herzöge zumeist ganz fried-lich und stetig vorgetragen und im Innern verstärkt. Aber der Acker-baugrenze entstanden manche auch im Winter bewohnte Schwaighofe.Es ist dieselbe Erscheinung wie in den Zentralalpen: Nomanen undSlawen wollen den Winter über nicht oberhalb der AckerbaugrenzeHausen, wohl aber deutsche Siedler. Die Reichsgrenze rückte gegenUngarn und Kroatien vor und der Grenzraum wurde hier früh durcheine lineare Neichsgrenze ersetzt.

In dem schon an anderer Stelle behandelten Norden, den Gebieteneiner weit entwickelten Vauernkultur christlichen Glaubens, war keinNaum für deutsche Bauern, Adlige und Kleriker. Wohl gab esdort Kaufmannsniederlafsungen mit einer vielfach wechselnden Be-völkerung.

Am weitesten griff die Kolonisation an der Südküste der Ostseeaus. Doch mit stark wechselndem Charakter. Die deutschen Bauernrückten bis über das Ermland vor, allerdings ließen sie die Kaffubenhinter sich. Weiter rückten die Ordensritter, Landritter und Kaufleute.Ihre Ordensburgen, Nittersitze und Städte erreichten mit Narwadie Nähe des heutigen Leningrad. Aber ziemlich frei von deutschenAnsiedlungen blieb, abgesehen von der Küste, das heißumkämpfteLitauen und Samogitien. Der plötzliche Übertritt des FürstenIagiello und seines Volkes zum Christentume und die Verbindungmit der Krone Polen (1377) schnitten den Deutschen die Möglichkeitab, weiteren Einfluß zu gewinnen. Im Vinnenlande wurde die Oderin ihrem ganzen Laufe überschritten, und noch weithin gab es nachdem Osten zu deutsche Städte und Vauernsiedlungen.

Zu dieser riesenhaften, zum allergrößten Teile durchaus friedlichenAnsiedlung führten verschiedene Ursachen, die sich auf beide Seiten

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