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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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den Christenglauben zu verbreiten, und damit verschlingt sich, daßder Beruf der deutschen Könige zur Vefiegung der Heiden durchdas hinzukommende Imperium gesteigert wurde, wie das schon obenSeite 26 berührt wurde.

Die politischen Ursachen dieser Ostausdehnung treten zu Anfangam stärksten hervor. Karl der Große und Otto der Große, beide aucherfüllt von dem Eifer, den christlichen Glauben zu verbreiten, wie diedeutschen Könige bis Lothar einschließlich, hatten es noch mit Ab-wehr gegen anstürmende Völker und Stämme und der Sicherungder Christenheit zu tun; sie deckten, als deutsche Könige handelnd, dieGrenze durch Markgrafschaften, die bezeichnenderweise an der West-grenze fehlen, und suchten von dort aus auch durch Angriffe, weitereKolonisation und Christianisierung die von Osten her drohenden Ge-fahren zu beseitigen. Drei Markgrafschaften wurden von kleiner Basisaus wesentlich durch Krieg zu Großterritorien: Brandenburg, Meißenund die Ostmark. Schon vor Lothar war die Kolonisation in der Ost-mark in flottem Gange. Im Norden waren im 12. Jahrhundert dreigroße Fürsten zu ausgedehnter Kolonisation übergegangen: Albrechtder Bär, der Begründer des brandenburgischen Staatswesens, derGraf Adolf von Schaumburg-Lippe-Holstein, der Lübeck als Basisfür Handel und Schiffahrt in der Ostsee schuf, und Heinrich der Löwe,der ungekrönte König des Nordens. Bauern, selbst von Flandern her,folgten ihrem Nufe. Die Fürsten von Mecklenburg, Pommern undNügen nahmen das Christentum und die deutsche Herrschaft an.Eine zweite Welle folgte, sie ward vom Kreuzzugswillen des Teutsch-ordens, des Schwertordens und weltlicher Nitter getragen, zogStädter, Bauern und Landritter nach sich. Doch ist nicht zu über-sehen, daß auch nichtdeutsche Fürsten, die Könige von Böhmen,Ungarn und Polen, sowie schlesische Herzöge, aus freiem EntschlüsseKolonisten heranzogen und ihnen Privilegien gaben.

Hatten schon die älteren Markgrafen höhere Nechte als diebinnendeutschen Grafen, waren sie also auf dem Wege der Ausbil-dung der Landeshoheit diesen gegenüber weiter gekommen, so kamennun auch slawische wirkliche Landesherren hinzu.

In vielen dieser Gebiete erstrebten die Fürsten eine Umorganisation,die aus dem Boden einen größeren Ertrag und damit erhöhte Ein-

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