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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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Toul ein. Das Herzogtum Savoyen war durch die Eidgenossenschaft,die nur dem Scheine nach noch zum Neiche gehörte, von ihm geschie-den und nur durch die Franche Comts, also in der vordersten Linieverbunden. Kleinere Territorien übergehe ich.

Noch ein Wort über die Sprachenfrage. Stark zentralisierteStaaten versuchen ihre Sprache dem Volke aufzudrängen. Dastaten Frankreich und Burgund. Die Überlegenheit der französischenKultur hatte die französische Sprache im Adel schon weit verbreitet,aber die Bürger- und Vauernkreise verteidigten ihre Muttersprache.Gas Feldgeschrei der Vlamen lautete 1302: „Wat walsch is, valschis." Die Landstände und niederen Schichten haben die Mutter-sprache einigermaßen gedeckt, wenigstens für die örtlichen Behörden.In der obersten Verwaltung verschwand das Vlamische in den bur-gundischen Landen schon unter Karl V. Neben dem zentralistischenGeiste der Verwaltung wirkte die Tatsache ein, daß das Franzö-fische überhaupt in Europa die Sprache der Gebildeten wurde, diezweite neben dem Latein, selbst wo die Muttersprache daneben zurhöchsten Leistung herangewachsen war.

) i. Die Grenzen des Reiches im Osten I.

Die deutsche Kolonisation. Bedingungen und Erfolge.Unterschiede

An der Westgrenze weicht die deutsche Macht in dieser Periodelangsam zurück. 3m Osten dehnt sich der deutsche Volksboden, dieGnflußzone deutscher Gesittung und auch deutsche Staatlichkeitgewaltig aus. Die Grundbevölkerung wurde damit der Gesittung desabendländischen Kulturkreises dauernd teilhaftig. Dieses Vorrückendeutscher Vauernsiedlungen, Städte, Nittersitze, Kirchen und Klöster,politischer Gewalt und deutschen Vorbildes ist örtlich und zeitlich soverwickelt, daß ich hier nur große Linien verfolgen kann.

Eine solche Ausdehnung war möglich, weil der nichtdeutsche Ostensehr dünn bevölkert war, die dort wohnenden Stämme auch keineallzu feste Organisation hatten, während auf deutscher Seite Staat,Kirche und Volk im Besitze höherer Kultur zusammenwirkten. Dieselieferte auch die beiden allgemeinen Ideen: den Gedanken der Pflicht,

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