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treten. Dazu kamen eheliche Verbindungen über die Grenze hinwegund daraus sich ergebende Erbschaften.
Doch zunächst ist zu zeigen, welche Ziele sich die französische Politikstellte. Sie äußern sich langsam, nicht alle Könige folgten ihnen.Die deutsche Heldendichtung, die Nibelungen voran, wurzelte in derVölkerwanderungszeit, enthielt nichts, was der Politik unter völligveränderter Lage einen Antrieb hätte geben können. Die französischeEpik formte Charlemagne, den bewußt Deutschen, zu einem franzö-sischen Helden und Herrscher um. Das wird eine Quelle seelischerAnsprüche auch auf Näume, die nunmehr zum deutschen Neichegehörten. Die französischen Könige ehrten geflissentlich das Marien-stift in Aachen und Karls Grabesstätte. Gemäß altem Brauchewurde noch von der Krönung Ludwigs XVI. (1775) ein dabei ver-wendetes Vorhangtuch nach Aachen gesendet. Der Name des großenKaisers wurde von den Kapetingern, die doch seine Nachkommen vomThrone verdrängt hatten, aufgenommen. Es war in Frankreich, daßder Luxemburger Karl IV. seinen Namen Wenzeslaus mit dem seinesFirmpaten des französischen Königs Karl IV. vertauschte. Dadurchgelangte der Name wieder in die deutschen Fürstenhäuser.
Dem französischen Volke ist die Kunst gegeben, hohe Ziele klar zuformulieren. So erhob es die Forderung der Vier-Ströme-Grenze(Scheide, Maas, Saöne, Nhone), die mit Ausnahme von Teilen desMaas- und Scheldegebietes nur französisches Sprachgebiet bean-spruchte. Als Frankreich die natürlichen Grenzen am Meere und an denPyrenäen fast völlig seiner Oberhoheit gewonnen hatte, richtete sichder Ausdehnungsdrang dem Westen und Norden zu. Eine weitervorgeschobene Grenze ward Wunschbild und Ziel, als man aufGallien und auf seine von Cäsar umschriebene Grenze zurückgriss.Welche Autorität besaßen die antiken Schriftsteller, vollends in derZeit des Humanismus! Der Nhein ward das Ziel, sowenig erschon im Laufe der römischen Herrschaft von den Nömern alsGrenze war innegehalten worden. Das Wort Cäsars hatte eine sugge-stive Kraft, selbst die Afterweisheit deutscher Gelehrter bezeichneteharmlos das linke Nheinufer als Gallien. Immer mehr stärkte sichdie Staatsgesinnung in Frankreich. Das Volk wurde royalistisch.Tagegen finden wir bei uns die Mystik des Kaisertums und die
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