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WM
26. Die Umbildung des Heereswesens
Die Umbildung des Heereswesens unter dem Einflüsse ver-besserter Waffentechnik und der beginnenden Geldwirt-schaft. Schlechter Zustand des Reichsheeres
Am Anfange dieser Periode liegt das Übergewicht bei Rittern,bei Verufsreitern, auf lehensrechtlicher Grundlage. Am Ende istdie Infanterie auf geldwirtschaftlicher Grundlage die Hauptmasse,Söldner zu Fuß und taktisch gegliederte Körper statt der Schlacht-haufen der Einzelkämpfer.
Den Reitern wurde der Einzelkampf durch die Beigabe vonKilfsknechten erleichtert. Es entstand so die „Gleve", ein Verbandvon 3—4 und mehr Personen. Karl der Kühne erreichte die größteVollkommenheit der mittelalterlichen Reitertruppen. Dieser fähigeOrganisator suchte das Virtuosentum der Einzelgruppen zu sieigern,indem er den Gleven auch Armbrust- und Vüchsenschützen beigab.Jede dieser Waffe in geschlossenen Verbänden verwendet hätte einengrößeren Erfolg ergeben. Karl glaubte auch an die Wirkung derGeschütze, deren Bedeutung für die Feldschlacht noch nicht erheblichwar. Seine Heere erlagen dem schweizerischen Fußvolke.
Schon die Lanzenhaufen der italienischen Fußkrieger hatten großeErfolge errungen. Die Eidgenossen erfanden oder nutzten noch eineneue Waffe aus. Die Kelmbarte verband die Lanze mit einem Veile,um den Panzer zu durchschlagen, und mit einem Widerhaken, umdamit den Reiter vom Rosse herabzuziehen. Der zweite Vorteillag in der Aufstellung von Gevierthaufen oder Igeln, deren Gesamt-druck enorm war. Der dritte in derWilligkeit der Bauern und Städter,sich der überlegenen Führung erprobter Aristokraten ihrer Klein-republiken anzuvertrauen. Auch später beruhte die ruhmvolle Ge-schichte der schweizerischen Söldner in fremden Diensten auf derVerbindung von Führung durch solch erprobte im Ausland sich aus-kennende Aristokraten mit dem Dienste von Vauernsöhnen.
Der letzte Fortschritt lag in der besseren Disziplin. Den Virtuosendes Rittertums lag daran, sich möglichst vornehme Herren als Ge-fangene zu sichern, die sie in die Kerker ihrer Burgen warfen, umein möglichst großes Lösegeld zu erhalten. Sie trugen auch keineBedenken, die am Boden Liegenden auszuplündern. Die Leute im
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