mar IV. Atterdag hat Karl IV. nicht eingegriffen. Ihm hat diespätere Geschichtsschreibung daraus einen Vorwurf gemacht. Dochhatte er nicht das Necht, für eine deutsche Städtegruppe eine Heer.-fahrt aufzubieten. Wenn er auch einen Beschluß des Neichstageszuwege gebracht, was äußerst unwahrscheinlich ist, so wäre es sichermit dem Aufgebote nicht besser gegangen wie mit dem gegen diehussitischen Ketzer: Hansa und Neich konnten sich nicht zusammen-finden. Die Neichsorganisation gab Aristokraten und den Städten,die unmittelbar dem Könige oder dem Reiche unterstanden, einenSpielraum, diese Mischung von Städten allerlei Herren war fürdas Neich unverdaulich.
Die Waterkante besiegte mit Hilfe nordischer Mächte jenen Königdurch eigene Macht.
Auf die Dauer entging die Hansa, als ein im Grunde neben demNeiche stehender politischer Körper, den Gefahren einer auf wirt-schaftlicher Differenz — Produzenten im Norden, Händler imSüden — beruhenden Stellung nicht. Die nordischen Neiche mitihrer hochstehenden Vauernkultur entwickelten selbst Kaufmann-schaften, ihre Könige wurden der politischen Vormundschaft müde,die Länder der Gastgeber begannen eine eigene Wirtschaftspolitik.Die Privilegien waren nicht mehr sicher, um endlich aufgehobenzu werden. Seefahrende Konkurrenten, die außerhalb der Hansastanden, drangen durch das Kattegatt auch in die Ostsee. Auchdeutsche Territorialherren engten ihre zur Hansa gehörigen Städte ein.Da das deutsche Neich nur den Schimmer seiner Macht für dieHansa, für die „Kaufleute des Reiches" einsetzte, reichten die Kräfteder Hansa, so zähe sie sich auch wehrte, nicht aus, den Abstieg abzu-wehren, der in der hier behandelten Periode erst begann. Die Hansaist ein hoher Nuhmestitel des deutschen Volkes, nicht des Neiches.
Die verschiedene rechtliche Lage des Städtewesens im Nordenund Süden des Neiches machte eine kraftvolle Stellung aller Städtein der Organisation des Neiches unmöglich.
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