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läuft noch die deutsch-dänische Sprachgrenze. Wie soll das ohne Kon-fiikte abgehen und wie wird sich die dänische Krone auf dem deutschenNeichstage verhalten? Es wurde noch dazu oft der Besitz geteilt.
Viel gefährlicher und folgenreicher war die Bildung der Haus-macht eines Zweiges des französischen Königshauses, der Herzöge vonBurgund. Der Anfang der Schwierigkeiten war durch die Heiratdes ersten der neuen Linie, Philipps des Kühnen, mit der Erbin vonFlandern, Artois und Franche Comts gemacht. Als sie 1384 an dasEhepaar fielen, waren Teile von Flandern und die FreigrasschaftBurgund deutsche Neichslehen. Es gesellten sich dazu durch ErbschaftVrabant und Limburg, durch Gewalt der wittelsbachische BesitzKennegau, Kolland, Seeland und Westfriesland, durch KaufNamur,durch Gewalt und Vertrag Luxemburg. Dazu kamen in FrankreichCharolais, Voulogne,Mä,con,Auxerre und große Teile der Pikardie.Zu fast gleichen Teilen gehörten also reichsdeutsche und französische Ge-biete zu der burgundischenHerrschaft. Sie erstreckte sich,allerdings durchdas Herzogtum Lothringen unterbrochen, von der Insel Texel bis zuroberen Loire, von Abbeville bis in die Eifel. Die nördlichen Landewaren das Gebiet üppiger Stadtkultur, die südlichen die eines stolzenAdels. Brügge und später Antwerpen waren die Hauptstätten desinternationalen Handelsverkehrs außerhalb des Mittelmeergebietes.
Dieses Anterreich zweier Neiche wäre undenkbar gewesen, wenn diebeiden Staaten oder auch nur das Neich das vernünftige Verbotgekannt hätten, das einst Ludwig der Heilige im Vertrage über denenglischen Teil Frankreichs mit England festgelegt hatte: Niemandsollte fortan Lehensmann von Frankreich und England zugleich sein.Das „Schiedlich, friedlich" galt an der deutsch-französischen Grenzenicht. Dadurch war schon längst die Freigrafschaft in französischeAbhängigkeit gekommen und viel anderer Besitz.
Für ein solches Staatswesen ergaben sich zwei Stoßrichtungen. Diezunächst gepflegte ging in das damals tief zerrüttete Frankreich, wodie Herzöge an der Spitze der Partei der Vourgognions standen.Die zweite lief zum Nheine, dessen Ufer das stolze Fürstenhaus jedochoberhalb Kleve nur mit einem Pfandbesitze erreichen und über-schreiten sollte. Bedrohlich genug, wenn Gelderland und im Südender Vreisgau burgundische Brückenköpfe wurden.