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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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König von Ungarn-Böhmen, heiratete dem entsprechend 1522 dieEnkelin des Kaisers, Maria, deren Vruder, der spätere Kaiser Fer-dinand I., aber 1521 die Schwester Ludwigs, Anna. Da 1526 KönigLudwig II., ohne Erben zu hinterlassen, im Kampfe wider die Türkenfiel, mußten nun die Erbansprüche Annas und damit die Erban-sprüche des Habsburgers die Probe bestehen. In beiden Reichenwollten die Stände diese Erbansprüche nicht gelten lassen. Fer-dinand erzielte durch kluges Verhalten, daß er in Böhmen glattgewählt wurde. In Ungarn erreichte er die volle Herrschaft erstspäter. So war denn die nur von Böhmen einmal unterbrocheneVereinigung von Böhmen und Ungarn mit dem Hause Habsburg,die Donaumonarchie, die erst 1918 zersprengt wurde, erreicht.

Noch zweimal mußte die Nachfolge eines Habsburgers in Böhmengesichert werden, Ferdinand II. wurde 1617 erkoren, doch fiel Böh-men, soweit es nicht katholisch war, von ihm ab. In der Ständerevo-lution folgte, nachdem die Wahl Ferdinands für ungültig erklärt undder Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz zum König gewählt wordenwar, das Winterkönigtum, die Schlacht am Weißen Berge und diekatholische Reaktion unter Ferdinand II. Nach dem Tode des letztenHabsburgers, Kaiser Karls VI., wurde das Erbrecht seiner TochterMaria Theresia von dem bayrischen Kurfürsten Karl Albert bestrit-ten. Nach der Einnahme von Prag huldigten ihm auch die böhmi-schen Stände. Doch war des Kaisers Karl VII. Walten in Böhmenvon kurzer Dauer.

Das alles habe ich ausgeführt, um zu zeigen, wie die Konkurrenzvon Wahlrecht der Stände und Erbrecht wiederholt Böhmen mitUngarn in Personalunion gebracht hat, dazwischen nationale Königeschuf — alles Dinge, die zum direkten oder indirekten Schaden derBelange des Reiches sich auswirken konnten, zum Teil auch aus-wirkten. Der schließliche Ausgang führte zu einer dauernden Verbin-dung Österreich-Böhmens mit dem nicht zum deutschen Neiche ge-hörigen Königreiche Ungarn. Das hatte schwere Folgen.

Die staatsrechtlichen Verbindungen Böhmens mit dem deutschenNeiche waren schwach und unklar. Böhmen war ein Lehen des deut-schen Reiches, es trat allmählich in die gleiche Stellung, wie sie an-dere Neichslehen hatten. Doch zieht durch die Geschichte Böhmens

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