Unsumme von Arbeitskräften verwendet, deren Ertrag sich nichtselten gegenseitig aufhob.
Adel, Klerus und Städte fanden in den Territorien ein neuesFeld ihrer Tätigkeit, das sich langsam erweiterte. 123l erklärteein Reichsweistum, daß die Landesherren nur unter Zustimmungder lnsUors8 tsriÄs (der Besseren des Landes) ihren Unter-tanen neue Lasten auflegen dürften. Das war eine sichere Grundlagefür die Landstände. Es dehnt sich damit der Dualismus: König undReichstag, auf die Territorien aus: Landesherr und Landstände.Vertreten sind Klerus, Adel und Städte. Bauern finden sich nurin Tirol, dem Lande der Abtei Kempten und in Dithmarschen vor.Mir will scheinen, daß die Unterschiede in der Zusammensetzung derLandstände auf zwei Ursachen zurückgehen. Wo der Adel fehlt(Trier, Württemberg, Vorarlberg) oder wo es überhaupt keineLandstände gab (Bistümer Augsburg und Konstanz), betrachtetesich der Adel als Neichsritterschaft und wandelte deren Wege,Bauern aber haben in schwierigen Gebieten (im Hochgebirge undin den gegen das Meer zu verteidigenden Marschen) örtlichen Ge-fahren Gemeinsinn entgegenzusetzen, der sofort zugreift. Daher dieKraft der Urkantone und der Bauern in den östlich anschließendenAlpen. Der Adel gewann den größten Einfluß. Da der hohe Adelwenig zahlreich war, namentlich im Osten, kam das am meisten demniederen Adel zugute.
Die Landstände hatten Rechte und Pflichten, vielfach gewannensie auch Anteil an der Landesverwaltung, doch die Bureaukratiegab in der Regel dem Landesherrn das Übergewicht.
Die Landesherren suchten den Adel und die Städte in Abhängig-keit zu erhalten, wenn möglich diese zu steigern. Sie versuchten, dieMacht ihrer Lehensleute zu lockern, während sie im Reiche ihreeigene Lehensstellung zu verbessern strebten. Der Adel steigerte auchwohl seinen Einfluß. Schlechte Fürsten räumten, so in Brandenburg,der Ritterschaft patrimoniale Gewalt und Polizei ein.
Das Leben in engen Verhältnissen und das Verfolgen der engstenVelangenahmen dem geistigen Auge oft die Fernsicht. Doch darf manda nicht übertreiben. Wie oft setzten die Untertanen ihr Leben undihre Habe für den Landesherrn ein, bei dem allein sie Schutz fanden!
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