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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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sich die Meeresküste ab, als 1246 die Grafschaft Provence durchErbschaft an die französische Nebenlinie der Anjous fiel. Es er-folgte keine Velehnung. 1481 ging sie in den unmittelbaren Besitzder französischen Krone über. Der letzte Graf des Delphinates ver-kaufte 1343 die Nachfolge zur Apanage des französischen Kron-prinzen. Die Grafschaft Venaissin kam 1274 an die Päpste, 1348folgte die ehemalige Reichsstadt Avignon, damals ihr Sitz. AlsKarl IV., der letzte, der in Arles gekrönt wurde, im Arelat 1378dem Dauphin die Statthalterschaft übertrug, verschwand in Süd-burgund praktisch jeder Einfluß der deutschen Könige. Damit warder Paßstaat der Grafen von Savoyen zum tatsächlichen Grenz-lande geworden. Dieses Haus wurde 1310 in den Fürstenstand desdeutschen Reiches erhoben, 1416 zur Herzogswürde, 1361 vom arela-tischen Neiche durch Karl IV. gelöst und dem Heiligen RömischenReiche — das war damals schon die Bezeichnung des deutschenReiches — angeschlossen. Er wurde bis zum Ende des Reichesin der Neichsmatrikel geführt, obwohl die Herzöge längst nicht mehrdie Reichstage besuchten. 1601 verlor das Saus seine bis zur Saonereichenden Landschaften Vrefse, Vugey und Gex. Frankreichs Vor-dringen gegen die Westalpen fand erst 1860 mit der Abtretung derGrasschaft Savoyen seinen Abschluß.

Stärker noch war der Anschluß an das deutsche Reich in Nord-burgund und in Kleinburgund. Die von Frankreich her heiß-umworbene Pfalzgrafschaft Burgund (Franche Comts) kam end-lich aus der Erbschaft der Herzöge von Burgund an die spanischenHabsburger, die sie 1678 an Frankreich verloren. Der Erzbischofvon Vesan9on wurde, obwohl er 1679 französischer Untertan ge-worden war, noch weiter in der deutschen Neichsmatrikel geführt.

Im Nordosten, in Kleinburgund war Basel zu allererst (1006)dem deutschen Neiche angegliedert worden. Dann wurde durch dieBegründung des dem schwäbischen Hause der Zähringer über-tragenen Rektorates für Burgund ein Organ zur Verwaltung derNeichsrechte geschaffen. Nach dem Aussterben des Hauses (1218)wuchsen die größeren Städte: Bern, Zürich und Solothurn demdeutschen Neichsgute zu. Daneben bildeten sich abgesehen von grö-ßeren und kleineren weltlichen Territorien auch geistliche aus: Gtznf,

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