Lausanne, Sitten und Basel. Die mächtigsten Bischöfe waren die vonLausanne, lange Zeit treue Stützen der deutschen Herrscher. DieseTerritorien wurden bald zum deutschen Neich gerechnet.
Der größte Teil des Besitzes der Bischöfe von Basel blieb biszum Ende des alten Neiches mit dem Neiche in Verbindung.
Hatte das Nektorat der Zähringer sich auch bis ins romanischeSprachgebiet erstreckt, so erwuchs dann die Gefahr, daß sich an seineStelle das Haus Savoyen vom Genfer See bis in den Thurgauausdehne; denn der gewaltige Graf Peter hatte Anrechte auf dieErbschaft der Grafen von Kyburg erworben, die wiederum Erben desZähringer Besitzes südlich des Nheines von Basel bis zum Thurgauwaren. Ihm trat mit rascher Tat der kluge und kühne Graf Nudolfvon Habsburg entgegen, der spätere König. Er hat es verhindert,daß die heutige Westschweiz in ein wesentlich romanisches Staats-gebilde eingegliedert wurde. Seine Nachfahren haben den großenGewinst des Grafen gegen die sich bildende Eidgenossenschaft nichtbehaupten können. Die Reichsstadt Bern, die später große llnter-tanenlande, auch französischer Sprache, erwarb, trat 1353 bei. Sieschlug mit den übrigen Eidgenossen die Herzöge von Burgund zurück,die ihre wesentlich welsche Herrschaft gern im Alpenvorlande aus-gedehnt hätten. Dann traten 1481 Freiburg und Solothurn bei alsvollberechtigte „Orte". Zu der Klasse der „zugewandten Orte"rechneten Wallis, das halbe Territorium des Bischofs von Basel,seit 1584 auch die Stadt Genf. Auch die Grafschaft Neuenburggehörte dazu, obwohl fürstliches Eigentum, das aus der oranischenErbschaft an die Krone Preußen gelangte, die 1857 auf ihre Nechteverzichtete. Erst die Wende des 18. zum 19. Jahrhunderte brachtedie Franzosen der Schweiz höher empor (Waadt), vorher hattekein welscher Ort volle Berechtigung in dem Bunde gehabt.
Die Geschichte des Neiches Burgund ist die seiner Auflösung. Indie Erbschaft hatten sich schließlich Frankreich und die Schweiz geteilt.Zu letzterer gehört heute das gesamte deutsche Sprachgebiet des altenNeiches Burgund und die französische Schweiz. Dem Neich Bur-gund fehlte die Werbekraft. Das Königtum mußte sich namentlichim Süden auf die Aufgabe beschränken, die notwendigste Autoritätaufrechtzuerhalten und der Angliederung an mächtige Nachbarn
c^h
!
MNMl
M3^»»
MHWN
39