nur bei Heereszügen erhobene Steuer, das Fodrum, ging baldgrößtenteils verloren. Die deutsche Verwaltung Italiens zeigt Zeitentiefen Niederganges. Dazwischen schieben sich die Jahrzehnte Barba-rossas und seines Sohnes und, nach der verhängnisvollen Doppelwahlvon 1198, die Friedrichs II. ein. Llm die Einrichtungen lebensfähigzu erhalten, hätten die Kaiser länger in Italien weilen müssen. Inden 198 Jahren vom Tode Heinrichs III. bis zum Ende der Stauferweilten die Landesherren nur 33V« Jahre in Italien. Es war diekritische Zeit des Investiturstreites und der mit den Päpsten ver-bündeten Städtebünde. Die Nutznießer des Kampfes waren dieStädte und daneben die päpstliche Kurie.
Man wird wohl sagen dürfen: Die deutsche Herrschaft ist diemildeste Form einer Fremdherrschaft über Italien gewesen. Sie gabdas notwendigste Maß der Einheit und gestattete doch lokale Freiheit.Sehr schwer ist es, festzustellen, ob die Einnahmen aus Neichsitalienirgendwie die Kosten all der Heereszüge getragen haben.
Die Verbindung der drei Neiche: Teutschland, Italien undBurgund, darüber das Imperium und dazu das Verhältnis zuden Päpsten wurde nie in seiner Gesamtheit oder auch nur für einsseiner Glieder klar formuliert. Nie trat neben den Kaiser ein ganzüberlegener und schöpferischer Kronjurist. Es gab keinen deutschenStaatsmann, der das Nechtsgefüge all der Neiche bis in die Grund-elemente und bis in die Summe der Verstechtungen klar übersah.Es wäre ein übermenschliches Genie erforderlich gewesen. Es gabauch keine dem Kaiser folgenden, dauernd bestehenden Behördenfür die verschiedenen Neiche, die eine Tradition hätten bilden können.Die Beratung der Herrscher war völlig ungenügend. Da von obenher das Staatsrecht nicht fixiert wurde, war die Wirkung all derKonstruktionen privater Geister oder örtlicher Gewalten sehr erheblich,das alte Necht des Staates aber äußerst unsicher und damit derMachtlage unterworfen. Die Päpste und die lokalen Gewalten hattenihre Archive zur Hand und stützten sich damit auf Tradition. Nichtnur die Beziehungen zur Kurie, auch das Necht in Italien und Bur-gund wurden zerfetzt, zumal seit dem Interregnum. Was konnte einWahlkönig von dem Formate Adolfs von den eigenen Nechtenaußerhalb Teutschlands wissen?
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