Ein König von England nahm gezwungen von ihm sein Neichzu Lehen, die Könige von Armenien und Zypern freiwillig,Vyzanz bezahlte einen Tribut. Ehe der Kreuzzug begonnen, sankder kraftvolle Fürst ins Grab, der die höchste Steigerung desKaisertums erlebte. Sein Sohn Friedrich II. nahm, reif geworden,wiederum das Kaisertum zur Grundlage. Seine Lage war weitschlechter. Im Neiche Sizilien konnte er die alte Verwaltung re-formieren, in Oberitalien stand hinter ihm, als er auch dortstaatliche Reformen erstrebte, nur die Partei der Ghibellinen, indem von ihm vernachlässigten deutschen Neiche verfolgte er eineNeformpolitik nicht oder doch nur innerhalb des Neichs- undHausgutes, vor allem in seinem Lieblingslande, dem Elsaß. InItalien war er noch nicht vollkommen besiegt, als er starb. SeineErben hatten Anglück. Trümmer der Neichsrechte blieben übrig.Man konnte in Zukunft eher von einer päpstlichen Weltherrschaftreden als von einer kaiserlichen. In Heinrich VII., dem Idealisten,loderte noch einmal der Kaisergedanke empor, und gleichzeitigerreichte in Dante die Diskussion über den Weltimperialismus ihrenHöhepunkt. Seit dem Aufkommen national fühlender Staaten warddas Kaisertum zu einem Ehrenvorzuge unter den Fürsten, wenn auchder Weltimperialismus noch weiter in der Gedankenwelt fortlebte.
Das volle und ständige Einvernehmen zwischen dem durch dieKaiserkrönung halb klerikalisierten Kaiser und dem niemals völligdem Weltlichen entzogenen Papste war ein unerfüllbares Wunsch-bild. Selbst streng kirchliche Herrscher (wie Heinrich III.) wahrtender Kirche gegenüber ihre Nechte, ja steigerten sie noch. Es ent-wickelte sich eine ganz entgegengesetzte Tendenz, und doch wurzeltenbeide in dem Verlangen, die persönlichen Gegensätze möglichstherabzusetzen. Die Kaiser, auch die Könige als die zukünftigen Kaisersuchten die Auswahl der Päpste nach ihrem Sinne zu lenken, sie er-reichten auch öfter weitgehende Nechtszusicherungen. umgekehrtwerden diese als Spender der Kaiserkrönung versuchen, auf dieKönigswahl Einfluß zu gewinnen. Beide wollen Männer ihresVertrauens emporheben.
Anfangs sind die weltlichen Herrscher in der Vormacht. Siekönnen auf die Papstwahl entscheidenden Einfluß ausüben, die Per-
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