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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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mehr dem Papste oder dem Kaiser? Der Kaiser kommt und geht —fast wie ein Gast, gedeckt durch deutsche Mannschaften, die die Malariadezimierte.

Für die Nechte des Kaisertums gab es keine klare Begrenzungund keine feste Wesenheit. Wohl nahmen die Neiche ringsum dasKaisertum als eine halb überirdische Gewalt hin, aber jeder Könighütete sich, ihm reale Nechte innerhalb seines Gebietes einzuräumen.Die deutschen Herrscher faßten auch die hehre Gewalt nicht im gleichenSinne auf. Ottos II. hochfliegende Pläne, die, Araber aus Süd-italien zu vertreiben und damit auch den Einfluß^ der Byzantinereinzuschränken, mißlangen. Es ist überaus schwer, zu einem sicherenLl^tellMer^bie Pöllti?Kaiser Ottos III. zu gelangen. Die neuereForschung hat die frühere Auffassung Ottos als Aszeten und Phan-tasten weithin, wenn auch nicht völlig, beseitigt und auch realistischePolitik erwiesen. Doch bleibt des Anrationellen noch viel zu vielübrig. Er residierte wohl im „goldenen Nom" in dem Palaste aufdem Aventin, aber von den Nömern vertrieben endete er, ohne dieStadt wieder in seine Gewalt gebracht zu haben. Auf der Höhe derMacht des Kaisertums stand Heinrich III., der über seine drei Neichehinaus keinen Imperialismus trieb. Aus den langobardischen Herzog-tümern Venevent und Capua, die Otto der Große ans Neich ge-bracht hatte, erwuchs eine ernste Gefahr, seitdem die Normannenvon Sizilien ihre Herrschaft in Llnteritalien ausdehnten. Ein PapstLeo IX. kämpfte gegen sie, doch unglücklich, schon wenige Jahrespäter wurde der Normannenfürst ein Lehnsmann des Papstes unddamit wurden die Normannen die fast ununterbrochene, wirksameRückendeckung der Päpste gegen die Kaiser. Den Staufern erschienschließlich das Kaisertum als das wesentlichste Ziel ihrer Politik.Italienische Professoren des römischen Nechtes wie deutsche Neichs-dienstmannen und Nichter fanden sich darin einig. Hohe Wortenahm Barbarossa in den Mund, sein Kanzler Neinald von Dasselbezeichnete den König von Frankreich gar als Königlein (rsAuws).Die größten Pläne hegte Heinrich VI. Da er das Königreich Siziliendurch die Hand der Erbin gewonnen hatte und damit an derBerührung der drei Kulturkreise stand, konnte seine Eroberernaturmit der Hegemonie im weitesten Sinne wirklich Ernst machen.

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