gefestigte. Sein König stand auch den tief zerrütteten NeichenFrankreich und Burgund fast als Vormund gegenüber. Italien hatteer in seine Hand gebracht, wie Karl einst das Neich der Langobarden.Beide standen unmittelbar vor Nom, dem großen Magneten ihresKulturkreises. Wenn Karl die heidnischen Sachsen und Avaren nieder-geworfen hatte, so trug Otto d i e LorbeeAänxe seiner Siege üb erUngarn und Slawen. Auf dem Lechfelde hatte der Sieger sich alsS^üHer desC^nstenglaubens und der Kultur bewährt,und auf diesesSchlachtfeld hatte die Not fast alle Stämme zusammengeführt. Ottosah in Karl sein Vorbild, warum sollte er sich der Stunde nicht be-dienen? Er verband ein starkes Majestätsgefühl, das mit Konsequenzalle Nechte wahrte und mehrte, mit einer tiefen Neligiosität, dieihm die Kraft seiner Seele noch stärkte. Er fühlte sich als ein Werk-zeug Gottes. Er glaubte an den von Gott ihm erteilten Auftrag,als Kaiser der Vehüter des Friedens unter den Gläubigen und derSchützer der Kirche und ihrer Missionsaufgaben zu sein.
Zweifellos war Otto vertrauensselig. Aber liegt es in der Naturgroßer Männer sich sorgenvoll zu beschränken? Die politisch-religiöse«Doppelnatur des Kaisertums war ihm eher ein Anreiz, als daß sieihn abschreckte. Er lud dem Staate seiner Geburt die höchste Aufgabeauf, die die Zeit kannte. Sie war ihm weltanschaulich begründet.Konnte er voraussehen, daß diese Weltanschauung und die Möglich-keiten sich in ihrem Sinne auszuwirken sich wandeln würden?
Es lagen aber auch realpolitische Gründe für die italienische Politikvor. Alte Überlieferungen der Bayern und Schwaben aufnehmend,hatten der Bruder Ottos und der Sohn, die Herzöge dieser Stämme,von ihrem Lande aus in gegenseitigem Mißtrauen nach Italien hin-übergegriffen. Sollte sich wieder eine Sonderpolitik der Stämmeausbilden? Oder sollte ein selbständiges Italien, wohl gar mit Nomals Mittelpunkt, dem Neiche Gefahren bringen? Trieb ihn nichtauch seine zweite Gattin, die Witwe eines Königs von Italien an?Vielleicht glaubte er auch den Papst dafür nötig zu haben, um daseben von ihm begründete Erzbistum Magdeburg weithin nach Ostenauszudehnen. Er durfte glauben, als Imperator einen stärkeren Einflußin der Welt der Slawen zu haben. Ein Polenherzog konnte weit eherein Gefolgsmann eines Kaisers sein, als der eines deutschen Königs.
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