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Der deutsche Staat : Verfassung, Macht u. Grenzen 919 - 1914
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Vei langer Abwesenheit von Königen außerhalb des Reicheswurden die deutschen Geschäfte fürstlichen Personen anvertraut,doch wohl stets ack nutum des Herrschers. Mehr formiert war dieNeichsverweserschaft während des langen Aufenthaltes Friedrichs II.in Italien (12201235), zunächst die Engelberts, Erzbischofs vonKöln, dann die Herzog Ludwigs von Bayern. Ihnen standen Vor-mundschaftsräte zur Seite. Fester war dieser Nat 1228, er bestandaus sechs bis zehn Mitgliedern, Geistlichen und Neichsdienstmannen.So groß sein Einfluß war, die eigentliche Verantwortlichkeit trugzunehmend der jugendliche König Heinrich VII., wie später von 1237an sein Vruder Konrad IV., die beide zunächst viel zu jung waren,um persönlich die Geschäfte zu führen. In beiden Fällen wird manan dasVizekönigtum" Ferdinands I. neben seinem Vruder Karl V.erinnert.

Das deutsche Reich hatte das Glück, daß die drei Dynastien ihmkeinen ganz unbedeutenden, wohl aber viele ganz hervorragendeHerrscher schenkten. An Führernaturen war dieses Zeitalter zumGlücke des schwerfälligen Staates reich.

6. Königreich Italien. Die Kaiserkrone

Italien. Erneuerung der Kaiserwürde. Kritik. Beweg,gründe. Folgen. Kaisertum und Papsttum. Entwicklung

Neichsitaliens

Den deutschen Königen fielen auch außerhalb des deutschen NeichesKronen zu, deren rechtliche Einordnung aber nie zu dauernder staats-rechtlicher Klarheit führte. Gerade das macht das Verständnis derNeichsgeschichte so überaus schwer. Im Königreiche Italien gewannOtto 1. 951 ein zweites Königreich, das er als Erbe der Karolingerin Anspruch nahm. Eine Wahl fand ganz selten statt. So wiederholtesich die von Karl dem Großen vollzogene Vereinigung des Lango-bardenreiches mit dem fränkischen, ohne daß Otto jedoch, wie dieErrichtung einer Kanzlei für Italien beweist, die Einheit auf die Ver-waltung ausdehnte, wie es damals Karl getan hatte. Italien wurdedurch Otto zwar im Nordosten verkleinert, behielt aber seine Staats-persönlichkeit. Otto III. war allerdings vielleicht auf dem Wege, die

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