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und Volk, die Krönung gab der Antertanenpfiicht eine religiöseWeihe. Die Königskrönung und -salbung und der Krönungseidbekunden am deutlichsten die religiöse, christliche, römisch-katho-lische Stellung des Königtums. Auch das Neich hatte denselbenGrundzug. Untertanen- und Christenpflicht waren eins. Wer nichtzu dieser Weltanschauung sich bekannte, sollte auch nicht Bürger desStaates sein. Die Juden galten daher, wie schon gesagt, als Reichs-fremde. Die Kreuzzüge verschlechterten ihre Stellung. Sie wurdenkönigliche Kammerknechte. Es galt eben ein Neligionsbann.
Diese Weltanschauung zu haben, in felsenfestem Glauben an dieLehre der Kirche, die das Heil auf Erden und im Jenseits verbürge,zu leben, war eine staatliche Pflicht. Wie tief sie die Gesinnungender Menschen durchsäuerte, wie sehr sie ihre Ziele, ihre Handlungenvon der Wiege bis zum Sarge bestimmte, wie der Christenglaubedie Lebensgemeinschaft für alle, vom Könige bis zum Bettler wurde,gehört mehr in die Kulturgeschichte. Hier ist nur noch klar und deut-lich zu betonen, daß das Religiöse, Christliche, Katholische auch indie innere und äußere Politik eingriff, sie oft entscheidend bestimmte.Das abendländische Mittelalter war die Zeit einer weltanschaulichen,religiösen Einheit; einer Kulturharmonie. Das Geschick gab demdeutschen Staate die engste Berührung mit dem Haupte der abend-ländischen Kirche, mit dem Papste. Vorteile ergaben sich darausund Nachteile.
Das Necht, die Krönung zu vollziehen, fiel an den Metropolitendes KrönungH ortes, für Aachen also an den Erzbischof von Köln,für Frankfurt an den von Mainz. Durch Anteil an Wahl undKrönung wurden diese Kirchenfürsten an die Spitze des deutschenFürstenstandes erhoben.
Für vormundschaftliche Negierungen gab es keine Negel. Wieder-holt übernahmen sie die Mütter. Unter dem Einflüsse der byzan-tinischen Äbung kam das auf und erregte auch Bedenken, mit großemGeschick führte Theophanu, die Griechin, für Otto III. die Ne-gierung. Eine Verschwörung entzog der ungeeigneten Agnes vonPoitou den jungen Heinrich IV. Von den beiden Negenten Annovon Köln und Adalbert von Bremen, den Erzbischöfen, war keinerseiner Aufgabe voll gewachsen.
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