stellt es klar, daß er auch in kirchlichen Dingen im eigenen Willenden Gottes erkannte. Als Frankenkönig hatte er die Sorge für denSchutz der Kirche und die Mission ererbt, in seinen Taten sie bewährt.Er kannte recht gut das Buch des heiligen Augustin „vom Gottes-staate", er wollte das Neich der Welt im Sinne des Neiches Gottesführen. Das alles mag eingewirkt haben, um ihn zu bestimmen, dieKaiserkrone hinzunehmen. Sie erhöhte seine Schutzpflicht, aber auchsein Schutzrecht. An die Stelle des Kaisers von Vyzanz trat nunoffen der Kaiser von Nom, in dem Titel wurde der des Mtrioinsin den Urkunden in pathetischer Form nach byzantinischem Vorbildedurch den Kaisertitel ersetzt: „Der von Gott gekrönte, große, frieden-bringende Kaiser, der das römische Neich verwaltet, durch die GüteGottes auch König der Franken und Langobarden!" Karl war durchdie Kaiserkrönung Souverän über Nom und den Kirchenstaat unbe-schadet der päpstlichen Nechte geworden.
Die Kaiserkrönung verband die beiden mächtigsten Gewalten derChristenheit zu einer Schicksalsgemeinschaft. Aber beiden thronte dieAberwelt des Geistigen, der Neligion. In dem Bunde des ver-kirchlichten Staates und der in das Weltliche reichenden Kirche lagenWidersprüche und auseinändergehende Tendenzen, die säuberlicheTrennung der Befugnisse war von vornherein unmöglich.
Die Päpste waren zunächst fast machtlos. Karl setzte seinem Sohneselbst die Kaiserkrone auf, ebenso dieser seinem Sohne. Ludwigder Fromme war auch im Kirchenregimente schwächlicher, alssein Vater es gewesen. Als sein Saus niederging, wurden diePäpste die Herren der Kaiserauswahl. Die Kaiserkrone kam anitalienische Große und versank völlig. Auf Nom und das Neichblieben die Gedanken von vier Kräften gerichtet. Vyzanz hielt anden alten Ansprüchen fest, der in sich gespaltene römische Stadt-adel führte endlose Wirren herbei, die Päpste blieben einer Stützebedürftig, ein deutscher König wird den Gedanken des Kaisertumswieder aufnehmen.
Wenn Karl der Große den Niesenraum seines Neiches wirklichleiten konnte, so liegt das zunächst an seiner Kerrscherbegabung, anseiner Klugheit, Tatkraft und Selbstvertrauen. Von der weiterenVoraussetzung, guten Verwaltungseinrichtungen, den Grafschaften
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