der Nordsee in den Kontinent vorgeschobener Sack dar. Die Gebietedes Nheins und der oberen Donau bis Wien stellten den älteren, dieKultur tragenden Kern dar, doch hatten die Sachsen, so hartnäckigsie ihre Freiheit verteidigt hatten, sich schnell in den Christenglauben,seine Kultur und in den fränkischen Staat eingelebt. Ein seltener Vor-gang.
Es ist das Verdienst der Deutschen, ein weltgeschichtliches, daßsie den abendländischen Kulturkreis nach dem Norden und nach demOsten hin ausdehnten. Zunächst haben sie ihn gegen die benachbartenkleinen slawischen Völkerschaften verteidigt, König Heinrich auchgegen die letzte große Volkswanderung von weither, die der heid-nischen Ungarn. Des Königs Sohn, Otto der Große, bereitete ihrenZügen ein Ende. Ein Lebensalter später traten auch sie in den abend-ländischen Kulturkreis ein. Angarn blieb, kurze Perioden abgerechnet,selbständig. Dagegen wurde Böhmen ein Glied des Neiches, Polenin lockerer Form angegliedert. Sie empfingen ihr Christentum ganzwesentlich von Deutschland her. Die zwischen der Elbe-Saale undOder liegenden kleinen Gebiete der Slawen wurden unterworfenoder schloffen sich freiwillig dem deutschen Neiche an. Sie alle ver-loren im Laufe der Zeiten unter dem Einfluß der einwanderndenDeutschen bis auf wendische Neste ihre Muttersprache.
Die Nationalstaaten des Westens haben, abgesehen von der Aus-dehnung der christlichen Neiche auf der pyrenäischen Kalbinsel, nie-mals auf dem Landwege Kolonien angelegt. Sie fuhren über See.Handelsgeist trieb die Italiener der Seestädte zum West- und Süd-rande der Valkanhalbinsel und zu den Küsten Asiens und Afrikas,während sich die Energien des französischen Volkes vorwiegend in denKreuzzügen, deren Hauptträger es war, in und um das Keilige Landentluden. Es ist eine ruhmvolle Geschichte, die sich auf dem Bodendes byzantinischen Neiches und am Nande muhammedanischer Herr-schaften abspielte. Doch konnten nur wenige Positionen dauerndgehalten werden. Darüber hinaus bekunden neben einigen Kirchenvor allem Burgruinen die Zeiten des lateinischen Orientes. Dannzogen die Schiffe der Westeuropäer über die Wasserstraßen desAtlantischen und des Indischen Ozeans in die Weiten der Welt.Die von dem deutschen Neiche inzwischen abgezweigten Nieder-
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