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8. Abhandlung: Aloys Schulte
Die Geschichte der Äbte nennt uns nur die Namen, nie die Her-kunft, im dreizehnten Jahrhundert ist der Abt Bruno de Rodeeine Ausnahme. 1 ) Die Schreinsbücher des 12. Jahrhunderts lassenmehr als einen Mönch als Sohn eines Kölner Bürgers erkennen. 2 )
Auch von einer entwickelten Ministerialität kann mannicht reden. Nur in einer bisher ungedruckten Urkunde von1145 finden sich 6 ministeriales. 3 ) Eine Urkunde von 1110bietet 8 servientes ipsius abbatis 4 ) eine von ca. 1150 8 ser-vientes, 5 ) sonst ist nur der Ausdruck familia gebraucht. 6 ) Wohlhat das Lehenswesen eine gewisse Bedeutung erlangt. So hatder Ritter Hermann von Rodenkirchen, als er 1190 sich aufdie Kreuzfahrt begab, mit dem Abte einen Vertrag über seineLehen abgeschlossen. 7 ) Und in späterer Zeit finden wir inSt. Martin sogar einen Hofrichter (zuerst 1459), dem Geschworenezur Seite stehen.
Beziehungen zum hohen Adel bestanden nur wenige —wie das Nekrologium zeigt 8 ) — um so mehr zu den Geschlechternder Stadt. Im Ganzen hat in diesem Kloster der Geist desRittertums am Wenigsten bedeutet.
Welche Fülle von Pfarrkirchen hatten die Kölner Stifterzu verleihen! In der Nähe von Köln war weit mehr als dieHälfte der Kollaturrechte in ihrer Hand. Es ist das zwar nichtgenau festzustellen, aber es gibt doch Fabricius ein leidlichbrauchbares Material als Ergebnis seiner mühseligen For-schungen. 9 ) Zieht man seine Angaben etwa auf die Zeit von
1 ) Katalog der Äbte bei Kessel, Monumenta historiea ecclesiaeColoniensis 1, 112.
2 ) Vgl. das Register Höniger 2, 2, 276. Albert, Albertus, 2 Her-mannus, Ricolfus, Vogelo.
3 ) Ann. d. hist. Vereins f. Niederrhein 83, 163.
4 ) Quellen 1 nr. 115.s ) Ann. 83, 164 nr. 7.
6 ) Quellen 1 nr. 55, 105, 116.
7 ) Quellen 1 nr. 105. Andere Zeugnisse Ann. 83, 164 ff. von 1169,1179, 1228, 1373, 1424, 1454, 1482 u. öfter.
8 ) Gedruckt bei Kessel.
u ) Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz. 5. Bd.Die beiden Karten der kirchlichen Organisation. (1909).