Häuptursach.221zeucht / vnd also außleget / so ist doch oben erwiesen / daß solche worteinen andern schriftmessigen verstand haben / auch auß vilen grun-den vnd vrsachen / also vnd nicht wie Lutherus wil / verstanden wer-den mussen. So sagen wir billich mit Augustino: Tene certum &relinque incertum: Spiel du des gewissen vnd laß das vngewis-se fahren/ Halt dich an den wahren leib Christi/ wie er vor dich intodt gegeben / wieder aufgestanden / vnd itzo im Himmel ist / vnndeigene dir jhn zu / als dessen gliedmaß du bist / brauch zu dessen ge-dechtnus vnd vergewisserung die von ihm eingesatzte zeichen desbrots vnd weins / vnd zweifele nicht / daß Christus dardurch nichtzwar in deinem mund/ aber doch gewiß in dein hertz komme/ dashat Christus dir zugesagt vnd verheischen / vnd also wird er dir nutzzur seeligkeit.Das ander aber / ob er im brot verborgen sey / vnnd in deinemmund kömme / ist vngewiß / dann er hat es niemand versprochen /der verstand / der seinen worten angetichtet wird / ist vngewiß / vndstimmet mit keinen andern sprüch der schrift vberein/ es ist dir auchChristus also zur seeligkeit nicht nütze: Darumb (wie Lutherus anobberurten ort bald darauf saget) soltu deinen glauben nicht daranwagen / biß du siehest daß es die Lutherischen gewiß machen: In des ecbist vnd bleibest du sicher / dan der glaub sol seiner sachen gewiß seinvnd einen gewissen grund haben/ daran man nicht zweifeln mußnoch sol: Vnnd sagt Lutherus ferner am selben ort gar recht / daßsich eine meinung durch blosses schwetzen beiahren/ vnd durch die eegrosse worte kirche kirche / brauch brauch / nicht gewiß machen lasse:Darumb wir vns auch an der Lutherischen heutiges geschrey we-nig keren / vnd das vrtheil einen jeden Christlichen vnpar-theyschen leser anheimb stellen.Augustinus contra Faustum lib. 33. cap. 8. Tom. 6.Qui haec non litigose sed placidè ac fideliter quaerunt, ac-cedant ad Iesum non carne sed corde, non corporis praesen-tiâ sed fidei potentâ.
Druckschrift
Zwölf vornehme wolgegründte Hauptursachen, warumb die reformirte evangelische Kirchen mit Doct. Luthers und seiner Nachfolger Außlegung der Wort Christi im heyl. Abendmahl, dadurch eine wesentliche doch unreumbliche, unempfindliche Gegenwart des Leibes und Bluts Christi allhie auf Erden in, mit und under dem Brot auch eine mündliche Niessung desselben eingefuhrt wird, nicht eins sein werden : von einer vornehmen Standts Personen auß heyl. göttlicher Schrift, gemeinen Consens und Zeugnissen der Altvätter unlängst getrewlich zusamengetragen ...
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221
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