Die Neundtesey / die in dem gehirn des menschen aufsteiget vnd wider vergehet.sondern / es ist / wie oben gemeldet / ein geschenck Gottes / eine wirc-kung des heiligen Geistes / der denselben in vnsern hertzen anzündet /erwecket vnd erhelt. Darumb wan wir mit der schrift sagen Derglaube thue etwas / so heist es nicht so viel als der mensch kan mitseiner imagination so viel außrichten / sondern dise meinung hat es /der heilige Geist erwecket in dem menschen den glauben / vnd treibetjhn dahin / daß er Christum ergreiffen kan: Ja / Christus selbst sen-det seinen heiligen Geist in vnsere hertzen / vnd erwecket dardurch invns den seligmachenden glauben/ dardurch wir zu ihm kommen.Thut derwegen vnser gegentheil gar vnrecht / daß sie vnsern glau-ben/ vnd Christum gleichsam gegen einander setzen/ vnd darüberstreiten / welcher mehr macht haben solle. Dann es ist der glaube nitvnser thun / darmit wir dem Herrn Christo etwas zuuor theten / sondern Christus selbst gibt vns den glauben/ vnd wohnet durch den-selben in vnsern hertzen / Vnd ist in summa das gantze werck sein.Vnd bedencke nun alhier ein jeder vnparthegscher / welches theilsich die weißheit oder thorheit des fleisches am meisten einnemen vndverführen lesset: Ob es der sey/ der da gewißlich glaubet/ wanngleich der leib Christi nicht wesentlich alhier auf erden im brot sey.wan er ihn auch gleich nicht mit seinem leiblichen munde berühret /daß es dannoch kraft der verheissung vnnd einsetzung des HerrnChristi/ durch anleitung der eusserlichen zeichen/ vnnd kreftigenwirckung des heiligen Geistes des leibes Christi/ so weit ihme der-selbe zur seligkeit nütze ist / theilhaftig werden könne. Oder aber derso dafur helt / wan Christus nicht mit seinem leib alhier auf erden imbrot sey / vn mit dem leiblichen munde gessen werde / so sey es nichts /es seyen blosse hulsen / man könne sich daran nicht settigen. Es be-dencke / sagen wir / abermals / ein jeder / welcher sich mehr ergibtvnter den gehorsamb Christi/ vnd die heiligen Sacramenta wirdi-ger achtet: Ob es der sey / der / wann ihme Christus das eusserlichebrot beut vnd saget / daß wir durch niessung dises brots / seines leibestheilhaftig werden sollen / daß das brot die gemeinschaft seines leibessein solle (wie es Paulus außleget) sich daran genuͤgen lesset / vnndweiß wan er das brot eusserlich isset / so werde er des leibes Christialso
Druckschrift
Zwölf vornehme wolgegründte Hauptursachen, warumb die reformirte evangelische Kirchen mit Doct. Luthers und seiner Nachfolger Außlegung der Wort Christi im heyl. Abendmahl, dadurch eine wesentliche doch unreumbliche, unempfindliche Gegenwart des Leibes und Bluts Christi allhie auf Erden in, mit und under dem Brot auch eine mündliche Niessung desselben eingefuhrt wird, nicht eins sein werden : von einer vornehmen Standts Personen auß heyl. göttlicher Schrift, gemeinen Consens und Zeugnissen der Altvätter unlängst getrewlich zusamengetragen ...
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158
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