Eph. 5. v.Epist. caEpheIohan. 6
126Die Sechstener menschlichen natur / auch nicht allein nach der seele / sondernauch nach dem leibe vereiniget werden. Also das Christus warhaf-tig ist fleisch von vnserm fleisch/ vnd bein von vnsern beinen/ vnndwir dahero gliedmassen sein seines leibes / wie Paulus schreibeWir sind glieder seines leibes von seinem fleisch vnd seinen gebei-nen: Ja / wir hetten mit seiner Göttlichen natur / als einem verzeh-renden fewer nicht vereiniget / noch zu solcher vereinigung beruf-fen werden konnen / wan sich der sohn Gottes nicht selbst also genie-driget/ vnd vnser fleisch an sich genommen hette: Dann dardurelhaben wir einen freyen zutrit zu ihm: Daher sind wir die Reben andem weinstock/ welcher ist sein leib/ dem wir warhaftig einuerlei-bet / vnd vns an denselben halten müssen / wollen wir einen zutrit zuGott haben. Daher sagt er / daß sein fleisch sey die wahre speise /weil wir dardurch das leben haben/ vnd es in vnd vermittelst dessel-ben / vnd nirgend anders suchen mussen / jnmassen solches alles zwi-schen vns ausser streit ist / darumb es weitere außführung nicht be-darf.Aber bey der andern frage hebt sich der streit / wie vnnd welchergestalt/ auch durch was mittel solche Vnion vnd einuerleibung inChristo geschehe? Wir halten dafur/ vnd haben dessen grund außder schrift/ daß das einige mittel dardurch wir mit Christo auchnach dem fleisch vereiniget werden/ sey der glaube der durch denGeist Christi in vnsern hertzen erwecket wird / Christum zu ergreif-fen / vnd sich demselben zuzueigenen. Dann also schreibet Johan-nes: Daher wissen wir / daß Christus in vns sey auß den Geist derer vns gegeben hat. Vnnd Paulus sagt: Daß Christus in vnsernhertzen wohne durch den glauben. Vnnd Christus selbst/ als er ge-sagt: Wer mein fleisch isset / vnd trincket mein blut der bleibt in mirvnd ich in jme: Erkleret er sich selbst vnd spricht: Wer an mich glau-bet / den wird nicht dürsten in ewigkeit. Weiset also / daß das mittelseinem fleisch einuerleibet zu werden / vnd in ihm zu bleiben / sey / anihn gleuben/ Welcher glaube nicht eines menschen werck/ sondernein geschenck Gottes ist / angezündt durch den heiligen Geist / der inChristo wohnet/ vnd von Christo in eines jeden gleubigen hertze ge-sandt wird/ der ist das band zwischen Christo vnd seiner gemeine