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2 (1896) Mittel- und Norddeutschland
Entstehung
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427
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Der Personallredit des ländlichen Kleingiundbesitzes in Westvreutzen. 427

bei Vergebung von Darlehen die Angabe des Verwendungszweckes verlangenund Kontrolle darüber ausüben, ob das Geld zu dem angegebenen Zweckeauch wirklich verwendet ist, ein Verfahren, welches bei dem kleinen Bezirkevon etwa 23000 Seelen, die eine jede dieser Genossenschaften in derRegel nur umfassen soll, Wohl durchführbar erscheint.

3. Welche Drganisationsform verspricht für die noch unversorgte

Bevölkerung Westpreutzens den besten Erfolgs

Nach allem bisher Gesagten kann es nicht zweifelhaft erscheinen, daßalle Organisationen, welche mit kurzfristigen Wechseln bei hohem Zinsfußearbeiten, für die ländlichen Verhältnisse ungeeignet sind. Ja es dürftesogar eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Ausgabe auf demGebiete des ländlichen Personalkreditwefens in Westpreußen sein, von dieserKreditform den Bauern fern zu halten. Außerdem aber gilt es, ihn ausder Hand der Faktoren, Viehhändler und Krämer zu befreien, und hierzubietet die Überführung des unorganisierten Kredits in den genossenschaft-lichen, nach dem System Raiffeisen organisierten, einen leicht gangbarenund Erfolg verheißenden Weg dar,

4. Wozu dienen die Personaldarlclin der bäuerlichen Besitzer in

Wcstpreufzen hauptsächlich ^

Ini allgemeinen wird von unsern Bauern der Personaltredit demRealkredit vorgezogen und auch dann in Anspruch genommen, wenn essich um dauernde Verbesserungen ihrer Wirtschaften, wie z. B. Ent- oderBewässerungen, oder Bauten, welche ihrer Natur nach eine dauernde Be-lastung rechtfertigen würden, handelt, und die Hypothekenverhältnisse dieseauch Wohl noch zuließen. Andererseits kommt es aber auch vor, daß dasletztere in einem solcben Umfange geschieht, daß man sich unwillkürlichfragt, würde es nicht dem Interesse der Kreditgeber und -nchmer dienlichersein, wenn die Verfchuldungsgrenze gesetzlich festgelegt wäre?

Das Provinzielle Institut, zur Beschaffung von Meliorations-kredit, die Westvreußifche Provinzialhilfskasse, ist für den kleinen Landwirtviel zu schwer zu erreichen; er scheut die hierzu erforderliche, umfangreicheKorrefpondenz, deren positiven Erfolg er von vornherein anzweifelt undauch die ihm bei wirklicher Gewährung eines Darlehns aus der Sicher-stellung desselben erwachsenden Unbequemlichkeiten. Lieber nimmt er dasGeld gegen verhältnismäßig hohe Zinsen vom Krämer oder Faktor undmuß es dann vielleicht erleben, daß er später gezwungen wird, für diesen