388 ^- M- Seidel.
Kieisspar» und Darlehnskassen hat der Berichtsbezirk im ganzen 32,von denen 20 auf den Regierungsbezirk Posen und 12 auf den Regierungs-bezirk Bromberg entfallen.
An sonstigen kommunalen Sparkassen sind vorhanden 44 städtischeSparkassen, von denen 39 auf den Regierungsbezirk Posen und 5 auf denRegierungsbezirk Bromberg entfallen. Drei von diesen und zwar diestädtischen Sparkassen in Bromberg, Posen und Rogasen, geben, wie bereitsoben erwähnt, keinen Personaltredit an ländliche Besitzer.
An Probinzialeinrichtungeu ist eine Provinzialhilsskaffe vorhanden,welche zwar nach ihren Statuten ausnahmsweise Personaltredit gewährenkann, von dieser Bestimmung aber bisher noch keinen Gebrauch gemacht hat.
III.
Die Frage, in welcher Ausdehnung diese Einrichtungen zur Befriedigungdes Perfonalkreditbedarfs der ländlichen Kleingrundbesitzer genügen, läßt sichnicht leicht beantworten. Ein Anhalt bietet sich indes, wenn man dieSumme der an kleine Landwirte ausgeliehcnen Personaldarlehen in Ver-gleichung zieht mit der Anzahl der kleinen Landwirte überhaupt. Dochauch bei den Zahlen, welche hierbei zu Grunde gelegt werden, bleibt zuberücksichtigen, daß dieselben auf absolute Genauigkeit keinen Anfpruch werdenerheben dürfen, denn die Einzelberichte der in Betracht kommenden Kassenenthalten in dieser Beziehung oft gar keine, oder doch nur mangelhafte An-gaben. Wenn daher die nachfolgende Statistik in den ihr zu Grundeliegenden Einzelberechnungen nicht überall zutreffend ist, so dürste trotzdemdas sich aus derselben ergebende Gesamtbild im ganzen und großen denthatsächlichen Verhältnissen entsprechen und es mag hierfür ein Beweis daringefunden werden, daß felbst die nach der Kenntnis der örtlichen Verhältnisseschätzungsweise eingestellten Zahlen bei Vergleichung mit den sich auspositiven Ziffern ergebenden Durchschnittsberechnungen eine gewisse Be-stätigung gefunden haben.
Hierzu muß noch bemerkt werden, daß die Gesamtzahl der in derProvinz Posen befindlichen Kleingrundbesitzer aus dem Stande der Land-wirte sich überhaupt nur durch Schätzung ermitteln läßt; denn über dieseFrage sind statistische Grundlagen überhaupt nicht vorhanden. Auch bleibthierbei nicht zu vergessen, daß die in der Provinz Posen übliche Unter-scheidung zwischen Großgrundbesitz und Kleingrundbesitz für die vorliegendeErhebung nicht anwendbar ist, denn es handelt sich hier um die ländlichenmittleren und kleineren Betriebe, also um solche Landwirtschaftsbetriebc,