Der Personalkredit des liindl. Kleingnindbesitzes in der Prov. Brandenburg. 361
gang gefunden hat. Nur in einigen Bezirken der Provinz, in denen,hauptsächlich durch die landwirtschaftlichen Vereine veranlaßt, lokaleViehversicherungsvereine eingerichtet worden sind, beteiligen sich auch diebäuerlichen Wirte, wenigstens teilweise, an denselben.
Ferner findet, namentlich in den Gegenden, in denen Parzellierungenzeitweise statthaben, und zwar hauptsächlich seitens der wenig bemitteltenkleinen Parzellenerwerber vielfach die Inanspruchnahme des Personallrcditszum Zwecke des Ankaufs von Ackerlandereien und Wiesen statt. Dagegenwird dieser Kredit Wohl nur wenig in Anspruch genommen zur Deckungfälliger Hypothekenzinsen oder Pachtbeträge, wenngleich dies bei Fortdauerder jetzigen ungünstigen landwirtschaftlichen Verhältnisse in Zukunft Wohlhäufiger geschehen möchte; noch weniger dürfte er beansprucht werdenzur Beschaffung der Kosten für Erziehung der Kinder, für deren Unter«halt während der Militärzeit oder für deren Ausstattung bei der Ver-heiratung. Fast gar keine Verwendung findet aber der Personalkreditzur Beschaffung derjenigen Mittel, welche bei Gutsübernahmen zurAbfindung bez. Auszahlung der Geschwister erforderlich sind; in solchenFallen wird, soweit nicht etwa bare Gelder zur Verfügung stehen, Wohlsäst immer durch Hypothekarkredit das erforderliche Kapital beschafft. Des-gleichen wird, und besonders in jetzigen Zeiten, der Personalkredit Wohlnur ganz ausnahmsweise zum Zwecke der Ausführung von Meliorationenauf Feldern und Wiefen in Anspruch genommen, so wünschenswert undvorteilhaft solche wirtschaftliche Verbesserungen auch sein mögen, da diebäuerlichen Wirte in Rücksicht auf die ungünstigen Konjunkturen sichfast stets scheuen, für nicht dringend notwendige Sachen irgendwie Geldauszugeben.
6. Wirtschaftlicher Erfolg. Daß der Betrieb der in hiesigerProvinz bestehenden und dem Personalkredit dienenden Kassen eine Er-leichterung des leichtfertigen Borgens herbeigeführt hätte, ist nachunseren Erfahrungen und den uns zugegangenen Mitteilungen keines-falls anzunehmen und erscheint auch um so unwahrscheinlicher, als,vereinzelte Fälle abgerechnet, unsere bäuerliche Bevölkerung im all-gemeinen so sparsam ist, daß sie nur im wirklichen Bedarfsfall Geldausgiebt und daher auch, wenn überhaupt erforderlich, nur für solcheZwecke Anleihen macht.
Dagegen ist es zweifellos, daß durch den Betrieb der Kaffen undnamentlich der den Bedürfnissen der ländlichen Bevölkerung besondersangepaßten Kassen die wirtschaftliche Lage der Mitglieder mehr oder