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2 (1896) Mittel- und Norddeutschland
Entstehung
Seite
309
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Der Personlllkredit des ländlichen Grundbesitzes im Königreich Sachsen. 309

Der Wirtschaftsbetrieb ist, der Dichtigkeit der Bevölkerungangepaßt, mit Hilft eines auch in kleinbäuerlichen Wirtschaften in derRegel verhältnismäßig reichlichen Betriebskapitals auf Erzielung hoherMassenerträge gerichtet.

In erster Linie wird hierbei einer starken Viehhaltung Beachtunggeschenkt, für deren Erzeugnisse die Absatzverhältniffe in Sachsen günstigersind, als in den meisten anderen Teilen Deutschlands, sowohl was Milch-produkte, als was Fleisch betrifft. Mit Ausnahme bei der Schafhaltungund der Zugochsen ist die Zahl der Nutztiere bei sämtlichen Viehgattungennoch in Zunahme begriffen.

Den Hauptbestand bilden die Milchkühe, welche behufs Verkaufteils von frifcher Milch, teils von Butter und Käfe gehalten werden.Der Ersatz abgängiger Kühe findet zum großen Teil durch Zulauf vonaußen statt, weshalb die Einfuhr von Milchvieh sehr lebhaft ist undzahlreiche Händler an verschiedenen Orten ständig gut besetzte Handels-ställe unterhalten. Die hierdurch bewirkte starke Preissteigerung desMilchviehs hat indessen in den letzten Jahren zahlreiche Landwirte ver-anlaßt, der Auszucht von Jungvieh mehr Aufmerksamkeit zuzuwenden,so daß diese in einzelnen Landesteilen nicht unbeträchtlich zugenommenhat, während in anderen Gegenden die Zahl der Milchkühe verhältnis-mäßig immer noch im Wachstum begriffen erscheint. Die Gesamtzahlder Kühe stieg seit 1834 von 343 784 Stück bis 1892 auf 453115, dieder Kälber und Kalben von 142 714 auf 182 630 Stück.

Die Haltung des Rindviehs erfolgt ausschließlich durch Stall-fütterung, eigentliche Weidewirtfchaft ist nirgends vorhanden und einWeidetrieb findet nur im Herbst nach dem zweiten Wiesenschnitt, oderzur Ausnutzung schlechtbestandener Futterfelder statt. Zu dauerndenWeiden und Hutungen liegen nur noch solche Flächen, welche ihresgeringen Ertrags wegen weder als Wiesen noch als Ackerfeld benutztweiden können; sie nahmen im Jahre 1883 noch einen Raum von14 668 Iia ^ 1,04"/», 188? nur noch von 7238 na -^ 0,5 °/o derGesamtfläche und 1,44 bezw. 0,71°/° der landwirtschaftlich benutztenFläche ein.

Die Zahl der Zugochsen ist wie die der Schafe, in ständigerAbnahme begriffen; seit 1847, wo sie den höchsten Stand erreichte, istdie Gesamtzahl der Ochsen und Stiere von 71386 bis 1. Dezember 1892auf 23 015 d. i. auf ^/» zurückgegangen. Am 5. Juni 1882 wurden29 254 Zugochsen gezahlt; im Sommer ist regelmäßig ein höherer Bestandvorhanden, als im Winter. Im Zug wurden die Ochsen mit der fort-