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2 (1896) Mittel- und Norddeutschland
Entstehung
Seite
296
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296 vi- Franz.

Darlehn aus, wovon 2585 auf Bürgschaft, 616 gegen hypothekarischeSicherheit gegeben sind. Der Rest von 261 muß somit auf anderweiterSicherheit beruhen.

Die Durchschnittshöhe der Darlehn belauft sich bei diesen 52 Kassenauf 314 Mark und wechselt in den sieben Verbänden nur zwischen 200bis 500 Mark. Gerade in der Kleinheit des Geschäftsumkreises und derdaraus folgenden genauen Bekanntschaft mit allen Verhältnissen liegt einHauptgrund der intensiven Einwirkung dieser Kassen. Noch mancher kleineMann erscheint hier kreditwürdig und findet seinen Bürgen, der unteranderen Umständen sich vergeblich umsehen würde. Auch liegt in demUmstände, daß nur mit Mitgliedern, nur mit Leuten, die sich genau untereinander kennen, Geschäfte gemacht werden, ein mächtiges Moment solidenVertrauens, während durch das absolute Ausgefchlossensein jeder Gewinn-llbficht auch der Anreiz zur Geschäftserweiterung um jeden Preis aus«geschlossen ist. Stammanteile werden zwar, um dem Wortlaut des Gesetzeszu genügen, gebildet, jedoch, um auch dem Anreiz zum Dividendenmachenkeinen Raum zu geben, in nur sehr geringer Höhe, und demnach sind auchdie eigenen Fonds der Vereine nur geringe, ohne daß bei den überaussoliden und leicht übersehbaren Verhältnissen und bei der Fcrnhaltungvon allen Spekulationsgeschäften darin etwas bedenkliches gefunden weidenkann. Der Zinsfuß für ausgeliehenes Geld bewegt sich zur Zeit zwischen4 und 5°/o. Manche Kassen erheben daneben eine einmalige Provision.Kontokorrente haben die Mehrzahl der Vereine nicht oder nur in sehrgeringem Umfange, wenn man von dem Kontokorrent mit der Central-darlehnskasse in Neuwied bezw. mit der jetzt errichteten Filiale in Erfurtabsehen will.

Dadurch, daß die Kasse am Ort bezw. am Hauptort des Kirchspielsihren Sitz hat, verbindet sich in überaus einfacher und leichter Weisedamit zugleich der Konsumverein für ländliche Bedürfnisse. Ich für meinePerson halte diese Verbindung für unwesentlich, ja sogar zum Teil fürsehr wenig wünschenswert, soweit sich der genossenschaftliche Konsum aufalle möglichen Artikel des Haus- und Lebensbedarfs erstreckt, weil dieErfahrung sattsam lehrt, daß durch die hierbei notwendigen größerenBezüge und größeren Beteiligungen der Einzelne sich gewöhnt, aus demVollen zu leben und bald das Doppelte von Artikeln zu brauchen, dieer sonst nur sparsam benutzt, während andererseits auch leicht Bitterkeitenin das kleine ländliche Erwerbsleben ohne große Not getragen werden.Dagegen haben die Konsumvereinigungen für den Bezug von solchenlandwirtschaftlichen Betriebsmitteln, die in Massen gebraucht, im Kleinen