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2 (1896) Mittel- und Norddeutschland
Entstehung
Seite
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Der Personcilkredit der lündl. Kleingiundbesitzei in der Provinz Sachsen. 249

daher für die gute Ausbildung des Personalkredits diese räumliche Ein-schränkung in jeder Hinsicht als die geeignetste Form erwiesen. Die deueinzelnen Darlehenskassen zu Gebote stehenden Mittel sind bei der kleinenMitgliederzahl selbstverständlich viel geringer, als bei den viel größerenSchulze-Delitzschschen Vorschußvereinen, umsomehr, als die Mitglieder derersteren meistens zu den kleineren Besitzern und Handwerkern gehörenund die Darlehen sür Landwirte gewöhnlich für längere Fristen gewährtwerden. In Zeiten allgemeiner Not bedars daher eine solche Kasseeines materiellen Hinterhaltes, um allen Anforderungen genügen zukönnen.

Die Geschäftsberichte der älteren Neuwieder Genossenschaften mitunbeschränkter Haftpflicht ergeben für 20 Kassen ein Gesamtpassivum(d. h. Geschäftsguthaben der Mitglieder, Kapitalreserven und Kapital-anleihen, etwaige Vorschüsse am Jahresschlüsse und ungedeckte Geschäfts-kosten) von 418 666 Mark. Die Gesamtsumme der ausgelichenen Betrageerreichte bei 19 Kassen die Höhe von 316 483 Mark. Nehmen wir dieErgebnisse derjenigen Kassen dieser Art, von denen keine Berichte vorliegen,um 25°/» geringer an, so ergiebt sich für die 34 Neuwieder Genossen-schaften bei rund 1800 Mitgliedern ein für den Geschäftsbetrieb ver-wendetes Oesllmtkllpital von 628 000 Mark, während die Gesamtsummeder gewährten Tarlehen etwa 504 000 Mark betragen dürste.

Die Statistik über die in Halle centralisierten Genossenschaften mitbeschrankter Haftpflicht ist noch zu lückenhaft, als daß man sie zu einemGesamtrcsultllt verwenden könnte, viele der jungen Einrichtungen habendas erste Geschäftsjahr noch nicht abgeschlossen. Jedenfalls aber giebtdie Tabelle ein Bild über die rasche Ausdehnung und günstige Ent-wicklung des Geschäftsverkehrs dieser Kassen, was zugleich darauf fchließenläßt, daß denselben unter den Landwirten eine große Sympathie entgegen-gebracht und ihr Vorhandensein immer mehr als ein Bedürfnisanerkannt wird. Dasselbe geht schließlich aus den Berichten der land-wirtschaftlichen Vereine hervor, worin der Wunsch und die Notwendigkeitder Gründung von Darlehenskassen recht häusig ausgesprochen ist.Bisher war es in den Kreisen der Landwirte, namentlich der bessersituierten, die weitgehende Furcht vor der unbeschränkten Hastpflicht, welcheeiner gesunden Entwicklung dieser Kassen entgegenwirkte. Der Ge-danke, daß unter Umständen das ganze Vermögen auf dem Spielestehen könnte, ohne einzusehen, unter welchen Voraussetzungen dieseEventualität überhaupt möglich war, hatte eine zu große hemmendeKraft. Die an den Verkehr mit dem Bankier gewöhnten Landwirte