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2 (1896) Mittel- und Norddeutschland
Entstehung
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164
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164 Wintelmmm-Köbbing und Iaspers.

Die Kommunalfparkassen haben unbestritten in ihrer näheren Um-gebung dahin segensreich gewirkt, daß sie dem kleinen Mann Gelegenheitzum Sparen gegeben haben. Aber übersehen darf man dabei nicht, daßdie Kassen doch nur den Zweck haben, mit den billigen Einlagen derkleinen Leute und durch hohe Zinsen bei absoluter Sicherheit von denDarlehensnehmern, die zu einem Teil auch kleinere Landwirte sind, sichgroße Kapitalien anzusammeln, welche dann für das Wohl der Kommuneverwendet werden. Die Einleger mit ihrem kleinen Zins und die Dar-lehensnehmer sind es also, die die Kosten dieses Gewinnes tragen, dieUnternehmerin zieht den Gewinn. Mit Recht hat deshalb auch derRegierungspräsident von Arnsberg noch vor kurzem in einem Erlaßdarauf hingewiesen, daß diese Kassen ihre Überschüsse in erster Reihe zurErmäßigung des Zinsfußes für Darlehen oder Erhöhung desselben fürEinlagen zu verwenden hätten.

Ganz anders liegen die Verhältnisse bei den Spar- und Darlehens-kassen-Vereinen. Diese Kassen geben nur einem solchen Darlehenfucherein Darlehen, der ein Mitglied der Kasse ist, sie geben ihm das Dar-lehen nur für die Zwecke, welche vom Vorstande resp. Aufsichtsrat ge-billigt werden, nicht aber zu leichtsinnigen und unnützen Ausgaben.

Sie selbst, die Mitglieder der Kasse sind es, welche die Darlehennehmen, sie sind es also auch, die allein das Vermögen des Vereinszusammengebracht haben. Mit Recht können sie also auch verlangen,daß es ihnen selbst bei Erreichung einer gewissen Höhe zu gute komme.Für das Sparen wirken die Spar- und Darlehenskassen ebenso günstigals die Kommunalsparkassen, wir möchten behaupten günstiger, da dieseKassen durch ihre nahe Lage den Sparern bequemere Gelegenheit bietenzum Sparen, dabei aber bei der Solidarhaft der Vereine die Sicherheitebensogut ist als bei den Kommunalsparkassen. Welche Summen vonkleinen Ersparnissen würden Wohl gewonnen werden können, wenn in demletzten und kleinsten Kirchdorf in unferem Vaterlande eine Spar- undDarlehenskasse wäre, in welche am Sonntage der Arbeiter feine kleinenErsparnisse und fogar die Kinder ihre Sparpfennige niederlegen könnten.Viele, viele Marken würden gefpart und verzinslich angelegt werden, die,wenn sie längere Zeit in der Tasche herumgetragen werden müssen, nichtselten leichtsinnig ausgegeben werden. Das Sparen, hat man einmalund rechtzeitig damit begonnen, reizt zum Sparen, und deshalb mußman dem kleinen Mann hierfür eine thunlichst bequeme Gelegenheitbieten.

Wir möchten diesen Gegenstand nicht schließen, ohne auf eine viel-