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2 (1896) Mittel- und Norddeutschland
Entstehung
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126 Dr- Havenstein.

meist dürftigen Kleinbauern. Für landwirtschaftliche Interessen un d För-derungen hatten wir Dürflei deshalb Wohl Sinn und waren dafür leichtZu gewinnen, aber ein Kreditinstitut, eine Bank für ein solches Dorf zuschaffen, das schien uns ungeheuerlich. Von Schulze-Delitzsch hatte dereine und andere gehört, aber die Möglichkeit, hier eine seiner viel ge-rühmten Voltsbanken zu gründen, hielten wir für ganz ausgefchloffen.Woher sollte das nötige Geld kommen, und wer sollte die Geschäfteführen? Niemand hatte ein Ahnung davon. Aber Dr. Pitfch verstandes, auch den hartnäckigsten Widerstand zu besiegen. Durch mehrere Vor-träge legte er uns die Segnungen, die ein solches Institut gerade ineiner Landgemeinde bringe, so nach allen Seiten hin klar und wußteuns die Möglichkeit der Geschäftsführung fo einleuchtend zu machen, daßam 2. Januar 1870 sechsundzwanzig hiesige Bürger dieEckenhagenerVolksbank, eingetrageue Genossenschaft mit unbe-schränkter Haftpflicht" gründeten, die Statuten thätigten und denVorstand und Vcrwaltungsrat wählten, zu ersterem einen Lehrer alsLeiter, einen Kaufmann und Arzt als Helfer, zu letzterem einen Kauf-mann, einen Grundbesitzer, einen Gerichtsschrciber, einen Gerichtsvollzieherund einen Agenten.

Von den 26 Gründern der Genossenschaft gehören derfelben gegen-wärtig noch 5 als Mitglieder an, unter ihnen der Direktor und einAufsichtsratsmitglied, 13 sind gestorben, 4 verzogen und 4 ausgetreten.Die Ehre und der Dank für die Gründung der hiesigen Volksbank gebührtalso dem landwirtschaftlichen Vereine der Rheinprovinz, oder specielldessen Wanderlehrer Dr. Pitsch, der sich nach jenem 2. Januar aller-dings nicht weiter um uns kümmerte; es verlautete, er wäre nach Hollandberufen worden. Wir wollen es aber dankbar anerkennen, daß uns beider ersten geschäftlichen Einrichtung die beiden Nachbarvercine Gummers-bach und Waldbröl, wie insbefondere der Direktor der Düsseldorfer Volks-bank, Fr. Spiethoff, der damals Verbandsdirektor war und der leiderspäter so kläglich Schiffbruch litt, in größter Bereitwilligkeit und Freund-lichkeit mit Rat und That zur Hand gingen.

Als wir uns einigermaßen in die Genossenschaftsverhältniffe ein-gelebt und unfer Institut festen Boden gefaßt hatte, erkannten wir dochmancherlei Mängel der ersten Organisation und der Spiethoff'schen Ein-richtungen und beschlossen deshalb 1876, unser Statut zu verbessern.Nach einer gründlichen Umarbeitung legten wir es Schulze-Delitzsch, alsdem Anwälte der deutschen Genossenschaften, zur Beurteilung vor und