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2 (1896) Mittel- und Norddeutschland
Entstehung
Seite
58
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58 Rechtsanwo.lt und Notar Henlich.

Die Tabelle IV eigiebt, daß von den hypothekarischen Darlehenca. 45"/«, von den Personaldarlehen sogar ca. 57°/o aus Grundbesitzerentfallen, wenn man, wie dies nach Lage der Erwerbsverhaltnisse ge-boten erscheint, Fabrikarbeiter und Neigleute den Grundbesitzern hinzu-rechnet.

Ähnlich mögen die Verhältnisse bei den Kassen Ottwciler, Saar-louis und St. Wendel liegen, von denen St. Wendel ohne Unterschei-düng zwischen hypothekarischen und Personaldarlehen 2030 Posten mit2 539 780 Mark an Landwirte und 1154 Posten mit 776 963 Markan Bergleute, Handwerker, Geschäststreibende :c. nachweist. Bei derKasse Saarburg entfallen ^/« sämtlicher Darlehen sowohl der Zahl alsauch dem Betrage nach auf Landwirte, ^5 auf kleinere Gefchäftstreibende,Handwerker!c.

An sonstigen dem Personalkreditbedürsnisse dienenden Kassen be-stehen im Saarbezirke noch die Schultze-Delitzschschen Genossenschaftskassenzu Ludweiler (Kreis Saarbrücken) und Bisten (Kreis Saarlouis), welche,zur Zeit noch Genossenschaften mit unbeschränkter Haftpflicht, sich wohldemnächst in solche mit beschränkter Haftpflicht umbilden dürften, sowiedie AktiengesellschaftLandwirtfchaftliche Bank" zu Trier. Über dieWirksamkeit der beiden Genossenschastskassen liegen Berichte nicht vor,jedoch dürfte die zu Ludweiler bezüglich der Art und der Tendenzenihres Geschäftsbetriebes von den öffentlichen Kassen sich kaum unter-scheiden, während die zu Bisten von denselben nach mannigfachen Rich-tungen abweicht. Zwar zieht diese Kasse auch das Cessionsgcschäft inden Bereich ihres Geschäftsbetriebes, bedenklich ist aber hierbei die Er-scheinung, daß diese Kasse in diesem Geschäftszweige vielfach den gewerbs-mäßigen Händlern als Bankinstitut dient. Auch trägt die Kasse zuBisten dem Personalkreditbedürsnisse der Bevölkerung Rechnung und zwar,was die Hohen der ausgeliehencn Summen betrifft, in weit höheremMaße als die öffentlichen Kassen. Als treibendes Moment hierbei kommtaber zweifellos die Rücksicht auf die Erzielung eines möglichst hohenGeschäftsgewinnes nicht in letzter Linie in Betracht. Denn der frühereRendant der Kasse bezog eine Tantieme von 25"/« des Reingewinnes(angeblich bis zu 10 000 Mark jährlich); auch die übrigen Vorstands-mitglieder beziehen sür den Umfang ihrer Thätigkeit verhältnismäßighohe Besoldungen (2 Mitglieder je 2000 Mark), während eine jährlicheDividende von 10°/u an die Genossenschafter verteilt zu werden Pflegt.Wenn nicht alle Anzeichen trügen, dürfte die Kasse, infolge der Art derPflege des Perfonaltredits, in welcher in jüngster Zeit unter einem neuem