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vom Himmel gesandt, um Osw. bei der Königskrönung das Salböl (crisem,XQiofjLa) zu bringen, da es an solchem gebrach. Der Schluß von Osw.s Lebenist Beda entnommen, nach dessen Bericht wird die Speisung der Armen,ohne die Gehorsamsprobe durch den Heiland, erzählt und der mit demTode des Heiligen endende Kampf gegen die heidnischen Könige Englands.Als Anhang folgen, wie es in Legenden üblich ist, Wunderzeichen, die anseiner Grabstätte geschahen.
III. Der Wiener Oswald (WO).WO ist ein ganz anderes Werk als MS, 1 ) eine völlige Umarbeitung desursprünglichen Gedichtes *0, wichtige Bestandteile sind ausgelassen, einigesNeue ist hinzugekommen, der spielmännische Charakter ist verwischt, dasPossenhafte ausgeschieden, dafür herrscht der Geist der Frömmigkeit. Insteigendem Maße tritt das geistliche Element in den Vordergrund: erst mit390—396 kommt es eigentlich zur Geltung, wo auch der Grundgedankedes Gesamtgehaltes ausgesprochen ist: geloubet an den waren got . . . andlat uch toiifen vil balde, um dann gegen den Schluß, etwa von 930 an,immer stärker hervorzutreten. Gebete, die Vision von Hölle und Himmel1260—1305 und am Ende die Heidentaufe nehmen hier über die Hälfteder Verse ein.
Die Darstellung ist mager und dürftig, ein trockener Bericht ohne iinneres Leben, ohne ausmalende Ornamentik und ohne Schmuck der Sprache.Die einfache Umgangssprache des Alltags ist mühsam in Reime gezwängt, ver-einzelt ragen aus der Tradition spielmännische Formeln herein. An Stelle derSpielmannsart ist die einfach volkstümliche Anschauung getreten, die zuweilendoch auch sich zu poetischer Auffassung erhebt, in Gebeten, in den poetischenMarienbildern eines Liebesgrußes 411—418, in der Segensformel des leben-schützenden Ringes 540—553.
Umgewandt wie die sprachliche Ausdrucksweise ist die Versbildung, 2 )wenn auch regelmäßige Verse erstrebt sind, so fehlt doch das rhythmischeGefühl. Die Reime sind oft unrein.
Als Spielmannslegende ist Oswald am nächsten verwandt mit
§ 83. Orendel.
Kelle 2,217-219.388; Piper, Spielm.D. 1,170-196, Nachtr.S.243,Höf.Ep. 3,711.734.—
Ausg.: V. D. Hagen, Der ungenähte graue Rock Christi, Berl. 1844; Ludw. Ettmüller, Or.u. Bride, Zürich 1858, dazu Bartsch, Germ. 5, 109—120; krit. Ausg.: Arn. E. Berger,Orendel, Bonn 1888, dazu Vogt, ZfdPh. 22, 468—491, Singer, ZföG. 39 (1888), 753—755,LC. 1889,582-584, Roethe, Lit.Bl. 1891,329—333. Übersetzung: Simrock, 1845. — Müllen-hoff, DAK. 1, 32-46; E. H. Meyer, ZfdA. 12, 387-395; Heinr. Harkensee, Kieler Diss.1879; L. Beer, Beitr. 13, 1—120, dazu ZfdPh. 23, 493-496 u. Vogt ebda 496 f.; Heinzel,Wien. SB. 126 (1892) Nr. I, dazu Vogt, ZfdPh. 26, 406-415; Emil Kettner ebda 449-451;E. H. Meyer, ZfdA. 37,321—356; Tardel, Rostocker Diss. 1894 S. 1 -32 (s. oben S. 314 Anm. 2),dazu Singer, Anz.22,43 ff., Ahlgrimm, ZfdPh. 28,535-537, Vogt, Archiv 96,205 f.; Laistner,
>) Interpolationen in WO s. Baesecke,Wien. Osw. S. XXVI Iff. — Einfluß des Orendel:Berger, Beitr. 11, 375 ff., Orendel, Ausg.
S. LXI f.
2 ) Baesecke, Wien. Osw. S. XIX—XXIII.XXXV— LXII. |
Deutsche Literaturgeschichte. II. "